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Aus der Stadt Nachbar klagt weiter gegen Flüchtlingsvilla
Hannover Aus der Stadt Nachbar klagt weiter gegen Flüchtlingsvilla
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00:15 05.04.2016
Im Streit mit der Stadt: Sabine Reese (v. l.), Klaus Evers und Ingrid Hasselberg. Quelle: Link
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Hannover

„Jetzt geht es auf dem normalen Klageweg weiter“, sagt Klaus Evers, der den Rechtsstreit mit der Stadt führt. Zusammen mit anderen Anwohnern will sich Evers damit gegen die Unterbringung von mehr als 120 Flüchtlingen in dem Einfamilienhausviertel wehren. „Wir können die Massierung in dieser Gegend nicht verkraften“, sagt er, „außerdem führt das zu einem erheblichen Wertverlust unserer Immobilien“.

Seit Februar betreibt die Stadt in einem großzügigen Mehrfamilienhaus an der Ecke Heymesstraße/Bemeroder Anger eine Unterkunft für bis zu 16 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ab Sommer soll gegenüber auch noch ein Wohnheim für mindestens 110 Bewohner entstehen. Die Grünfläche, auf der das Bauprojekt geplant ist, wurde bereits gerodet. Der Bauantrag sieht eine Wohnanlage mit drei Gebäuden vor. Bei den Bewohnern soll es sich zu 80 Prozent um erwachsene, allein reisende Männer handeln.

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„Wenn es nur 16 Bewohner gewesen wären, wäre ich diesen mühsamen Weg nicht gegangen“, sagt Evers. Jetzt aber will er sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Stadt wehren, die „nach Gutsherrenart“ über die Standorte für die Flüchtlingsheime entscheide. „Die Stadt spricht nur unter dem Druck von Recht und Gesetz mit uns, sonst passiert da überhaupt nichts“, ärgert sich Evers.

Eine gütliche Einigung scheint nicht in Sicht. „Wir hatten gehofft, dass sich die Stadt wegen möglicher Vergleichsgespräche bei uns meldet“, sagt Evers, „aber das hat sie offenbar nicht vor.“ Stattdessen brachte die Verwaltung eine Änderung des Bebauungsplans auf den Weg. Sollte das umgesetzt werden, will Evers auch dagegen rechtlich vorgehen.

Von Christian Link

Saskia Döhner 01.04.2016