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Aus der Stadt Nachbar soll Siebenjährigen missbraucht haben
Hannover Aus der Stadt Nachbar soll Siebenjährigen missbraucht haben
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21:01 23.11.2011
Vor dem Landgericht Hannover hat am Mittwoch ein Prozess begonnen, der wohl die Ängste aller Eltern berührt. Quelle: Finn
Hannover

Zum Prozessauftakt vor der Jugendkammer 2 saß der Vater des Jungen im Zeugenstand. Der Student erzählte, dass sein Sohn am Tag des Vorfalls im Mai dieses Jahres seinen siebten Geburtstag gefeiert habe. Mit seinem Geburtstagsgeschenk, einem Wakeboard, sei der Junge zum Spielen auf die verkehrsberuhigte Straße der Wohnsiedlung gegangen. Er selbst habe noch seinen Computer herunterfahren und sei dann nachgekommen, sagt er. Er fand den Jungen aber nicht. Der Vater vermutete ihn bei einer Nachbarsfamilie und klingelte dort. Die Familie öffnete auch, dort war sein Kind aber nicht. Im Treppenhaus habe er dann seinen Sohn von oben schreien hören: „Ich will hier raus, ich will zu Papa.“ Der Vater stürmte die Treppen zum Dachgeschoss hinauf, dort angekommen, habe er Sturm geklingelt und gegen die Haustür getreten. Zehn Sekunden sei es ganz ruhig gewesen, sagt er. Dann sei die Tür gegenüber aufgegangen, der Siebenjährige sei ihm in die Arme gelaufen, das Wakeboard fest umklammert. „Ich wollte nicht mitgehen. Er wollte mir was zum Spielen geben“, habe das Kind gesagt. Der Angeklagte sei erschienen und habe auf den Vater eingeredet. „Ich habe nichts gemacht. Ich habe selbst Kinder“, soll er gesagt haben. Der Zeuge sagt, das sei ihm komisch vorgekommen. Auf dem Heimweg habe sich der Siebenjährige dann an seine Hose gefasst, dabei seien ihm die Tränen in die Augen geschossen. Er habe ihm mit kindlichen Worten erzählt, dass der Nachbar ihm die Hose heruntergezogen und sich oral an ihm vergangen habe. Im Rückblick sagte der Vater: „Das kam so unerwartet, so plötzlich.“

Der Angeklagte, der ihnen gefolgt war, soll sich dann vor ihnen aufgebaut haben: „Ich bin Moslem, so etwas machen wir nicht.“ Der Vater sagt, er hätte „am liebsten sofort zugeschlagen“. Doch er habe seinen Sohn beruhigen müssen. Zu Hause angekommen, rief er die Polizei. Die Beamten nahmen den Mann an einem nahe gelegenen Kiosk fest. Seitdem sitzt der Afghane in Untersuchungshaft.

Wahid K. – 28 Jahre, kleine Statur, schwarze Motorradlederjacke – bestreitet, den Jungen sexuell missbraucht zu haben. Mehr noch: Im Gerichtssaal beschimpft er den Vater als „Lügner“ und überzieht ihn mit noch derberen Worten. Immer wieder ermahnt Richterin Monika Thiele den Angeklagten. Sein Verteidiger versucht, die Aussage des Kindes in Zweifel zu ziehen. Ob die Eltern nicht schon zuvor bemerkt hätten, dass das Kind phantasievolle Geschichten erzählt, will er wissen. Der Vater weiß nicht, wovon der Anwalt redet.

Die Eltern erklärten, ihr Sohn habe nach dem Vorfall Albträume gehabt und sei in Therapie gekommen. Nachdem der Junge von der Gerichtsverfahren gehört habe, wache er „nachts wieder schreiend auf“. Die Anwältin, die die Eltern in der Nebenklage vertritt, forderte, den Angeklagten bei der Vernehmung des Kindes aus dem Saal zu schicken.

Richterin Thiele will am nächsten Verhandlungstag, dem 29. November, darüber entscheiden.

Sonja Fröhlich

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