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Aus der Stadt Das Aus der „Kampfgemeinschaft“
Hannover Aus der Stadt Das Aus der „Kampfgemeinschaft“
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00:15 30.03.2015
Von Gabi Stief
Aus der „Kampfgemeinschaft“: Seit dieser Woche ist  klar, dass Gerhard Schröder und Ehefrau Doris entschieden haben, künftig getrennte Wege zu gehen. Quelle: Jochen Lübke
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Hannover

In den Medien gibt es seit dem tragischen Flugzeugabsturz wichtigere Themen als gescheiterte Promi-Ehen. Außerdem sind Ferien, sodass den Kindern unangenehme Nachfragen in der Schule erspart bleiben. Und so ist seit dieser Woche klar, dass Gerhard Schröder und Ehefrau Doris entschieden haben, künftig getrennte Wege zu gehen. Die Nachricht verbreitete sich am Donnerstagabend schnell - das öffentliche Ehepaar ist eben noch immer von großem Interesse.

Nach mehr als 17 Jahren Ehe haben sich Doris Schröder-Köpf und Altkanzler Gerhard Schröder getrennt. Stationen einer Ehe in Bildern.

Wie es heißt, wird Gerhard Schröder nach Ostern aus dem gemeinsamen Haus in Waldhausen ausziehen. In einem Gründerzeithaus im Hindenburgviertel befindet sich seit ein paar Jahren seine Kanzlei mit Kinderecke. Seine neue Adresse dürfte ganz in der Nähe liegen.

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Wie es scheint, war das Paar des Kämpfens müde

Die Gründe für die Trennung? Wie es scheint, war das Paar des Kämpfens müde. Bekannte berichten, dass sich beide lange Zeit bemüht haben, die Ehe zu retten - vor allem wegen der beiden Kinder, die sie 2004 und 2006 aus einem russischen Kinderheim adoptiert haben.

Eine unbeschwerte Beziehung war es wohl schon lange nicht mehr. Gut zwei Jahre ist es her, als Doris Schröder-Köpf bei einem Wahlkampfauftritt in Hannover gebeten wurde, ihre Ehe mit dem Altkanzler zu beschreiben. „Wir sind eine Kampfgemeinschaft“, erklärte die Kandidatin damals. Schließlich habe man einiges gemeinsam durchgestanden; Wahlniederlagen, viele Anfeindungen und Gerüchte über angebliche Ehekrisen. Die Gemeinschaft habe funktioniert. Heute kann man sagen: knapp 18 Jahre lang.

Vor allem der Rollenwechsel sorgte wohl für Spannungen. 2013 stürzte sich die frühere Journalistin, die jahrelang ihrem Mann den Rücken frei gehalten hatte, in ihre neue Aufgabe als SPD-Landtagsabgeordnete und Landesbeauftragte für Migration. Ehemann Gerhard reiste weiterhin als gut bezahlter Redner durch die Welt. Es sei klar, dass er in seinem Alter nicht mehr zum „Hausmann“ mutiere, stellte Schröder damals klar. Im vergangenen Jahr erzählte er einmal gut gelaunt, dass er morgens Brote schmiere und dann die Familieneinkäufe erledige.

Wie am Vortag war auch am Freitag keiner von beiden für eine Stellungnahme erreichbar. Der Altkanzler holt derzeit in Süddeutschland eine Kur nach, die er im Januar kurzfristig abgesagt hatte. Ein Bekannter erzählt, Schröder wolle etwas für die Fitness tun und ein wenig abnehmen. Ehefrau Doris ist mit den beiden Kindern über Ostern verreist.

Michael Zgoll 27.03.2015
30.03.2015
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