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Aus der Stadt Wissenschaft zum Anfassen
Hannover Aus der Stadt Wissenschaft zum Anfassen
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00:15 19.11.2014
"Die Nacht die Wissen schafft" an verschiedenen Standorten der Leibnitz Universität Hannover: Hier chemische Experimente im Hörsaal am Schneiderberg.
"Die Nacht die Wissen schafft" an verschiedenen Standorten der Leibnitz Universität Hannover: Hier chemische Experimente im Hörsaal am Schneiderberg. Quelle: Insa Cathérine Hagemann
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Alexandra Hering (13) und Alexandra Wüstefeld (14) von der Helene-Lange-Schule lesen für die Rallye die Informationstafeln im Institut für Geodäsie und Geoinformatik ganz genau durch. Die technikbegeisterten Mädchen bezeichnen sich selbst als „totale Nerds“, ihnen gefällt das Oculus Rift am Besten: ein Gerät, mit dem man die Umwelt aus einer anderen Perspektive sehen kann. Vor allem für PC-Spiele wie Mind Craft warten sie darauf. Bei YouTube gab es schon einen Vorgeschmack, jetzt können sie es endlich selbst ausprobieren.

Forschung zum Anfassen gab es am Samstag bei der „Nacht, die Wissen schafft“ an verschiedenen Standorten der Leibniz Universität Hannover. An den neun Fakultäten und anderen Einrichtungen der Hochschule gab es mehr als 180 Vorträge, Experimente, Führungen, Ausstellungen oder Mitmachaktionen.

Nebenan wird gezeigt, wie Fußballspiele vom Computer analysiert werden und für jeden Trainer eine Bereicherung sein können: Die Bewegungsdaten der Spieler werden in Leistungsparameter zusammengefasst. Gezielt kann so jeder Einzelne für das nächste Spiel vorbereitet werden.

Wie ein Roboter seine Welt sieht, wird deutlich an einem mit Laptop und Laserscanner ausgestatteten Exemplar. Mithilfe von Abstandsberechnungen schafft er sich ein Bild seiner Umwelt; diese Ergebnisse sind ein Gewinn für das Autofahren der Zukunft.

Im Hörsaal am Schneiderberg ist „schön, farbig, ein bisschen laut und sehr hell“, wie Chemiker Nick es einleitend verspricht. Fünf-Euro-Scheine wurden angezündet, aber verbrennen nicht (die Lösung: ein Wasser-Ethanol-Gemisch), ursprünglich klare Flüssigkeiten verändert im Minutentakt ihre Farbe – zum Staunen gibt es dort eine Menge.

Auch bei den Juristen geht es ungewohnt heiß her: Neun Studierende spielen überzeugend Richter, Staatsanwalt, Täter und Zeugen. Mit Anklagesatz, Zeugenbefragung und Schlussplädoyers veranschaulichen sie den Ablauf eines Gerichtsprozesses. Jurastudentin Charlotte Nostiz (18) moderiert und erklärt die einzelnen Geschehnisse, während das junge wie alte Publikum mithilft, den simulierten Einbruch aufzuklären.

Auch die vier Wissenschaftler vom "Science Slam" füllen die Reihen im Hörsaal am Königsworther Platz, selten wird dort vermutlich derart gejubelt: Jurist Tim Brockmann, Völkerrechtler Manuel Brunner, Risikomanager Sebastian Krimm und Biokunststoffexperte Simon McGowan überzeugen wortgewandt von ihren Fächern, der erfahrene Slammer McGowan gewinnt mit seinem Beitrag „Pimp my bioplast“ über das komplexe Thema Hydrolyse bei Biokunststoffen nur knapp vor dem Juristen. Für Juristin Denise Runge (24) ist das auch der beste Beitrag: „Ich habe keine Affinität zu Naturwissenschaften, aber er hat es so anschaulich und witzig erklärt.“

Mehr als 10.000 Besucher kamen zur vierten Nacht des Wissens, die im Zweijahresrhythmus stattfindet. Die Veranstalter zeigten sich sehr zufrieden. Ohne das Engagement aus Lehre und Forschung wäre diese Veranstaltung nicht so vielfältig und bunt geworden.

Von Katharina Derlin

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