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Aus der Stadt Nächtliche Spurensuche nach Leichenfund am Maschsee
Hannover Aus der Stadt Nächtliche Spurensuche nach Leichenfund am Maschsee
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22:42 31.10.2012
Kriminalisten bei der Arbeit: Direkt unter dem Fackelläufer am Maschsee wurde eine Leiche gefunden. Quelle: Thomas
Hannover

Beim Spaziergang am Ufer des Maschsees hat ein 58-jähriger Mann am Vormittag eine grausige Entdeckung gemacht: Im Wasser trieb ein menschlicher Torso. Der Mann alarmierte sofort die Polizei. Taucher der Feuerwehr fanden im Verlauf einer groß angelegten Suchaktion weitere Leichenteile: Arme, Beine und später auch einen Kopf. Es handelt sich um die Überreste einer Frau, die nach Überzeugung der Polizei einem Verbrechen zum Opfer fiel.

Einige Körperteile sollen in Müllsäcke verpackt gewesen sein. Die Polizei sperrte das gesamte Nordufer des Maschsees ab. Zahlreiche Passanten versammelten sich an den Absperrungen und verfolgten die Arbeit von Polizei und Feuerwehr, die auch am Abend noch nicht beendet war. Ob bei der Suchaktion bereits alle Leichenteile gefunden worden waren, blieb nach Angaben der Polizei zunächst unklar. Der Kopf sowie die Beine der Toten waren an den Stegen des Ruder- und Tretbootverleihs geborgen worden.

Auch in der Dunkelheit suchten die Ermittler nach Spuren am Maschsee in Hannover. Dort waren Ende Oktober 2012 Leichenteile entdeckt worden.

Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass die Körperteile bereits seit einigen Tagen im Wasser lagen. Der Leichnam wurde am Abend von Rechtsmedizinern obduziert. Den Ergebnissen zufolge handelt es sich bei der Toten um eine Frau mittleren Alters mit stämmiger Figur. Sie hatte schulterlanges, dunkelbraunes Haar, das mit einem grünen Gummiband zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden war. Nach Angaben der Polizei trug sie eine silberne und eine lilafarbene Spange im Haar. Besonderns auffällig seien zwei ältere großflächige Narben an den Außenseiten der beiden Ellenbogen der Frau. Unmittelbar nach dem Leichenfund hatte es zunächst geheißen, dass es sich bei der Toten um eine blonde Frau handelt. Die Ermittler gingen sämtliche Vermisstenanzeigen aus Hannover, dem Umland und anderen Städten durch. „Dabei sind wir bisher nicht auf eine Person gestoßen, bei der es sich um die Tote aus dem Maschsee handeln könnte“, sagte Polizeisprecherin Anja Gläser.

Die Ermittler vermuten, dass der Täter die Leichenteile nicht direkt am Nordufer ablegte. Wahrscheinlicher ist, dass er sie im Bereich des Südufers, etwa an der Maschseequelle, im Wasser versenkte und sie dann mit der Strömung zum Nordufer trieben.

Der Fall weist Parallelen zum Mord an der 24-jährigen Monika P. aus Linden auf. Am 2. Januar 2010 hatten Spaziergänger den zerstückelten Körper der jungen Frau unter der Legionsbrücke in Linden-Süd entdeckt. Auch ihre Körperteile waren in Müllsäcke verpackt – vom Täter fehlt bis heute jede Spur.

Allerdings war der Körper von Monika P. nach Angaben der Ermittler „unsauber“ zertrennt worden. Im aktuellen Fall ist nach Angaben von Einsatzkräften das Gegenteil der Fall: Der Täter soll die einzelnen Gliedmaßen glatt und präzise vom Körper der Toten abgetrennt haben.

Im Fall Monika P. war die Polizei stets davon ausgegangen, dass der Täter die Frau in Linden tötete und die Leichenteile erst anschließend ans Ufer der Ihme schaffte und sie unter der Legionsbrücke ablegte. Vermutlich benutzte er dafür einen Schubkarren oder einen Schlitten.

Ein Spaziergänger hat am Mittwoch eine Frauenleiche am Nordufer des Maschsees entdeckt.

Um dem Täter auf die Spur zu kommen, führte die Polizei unter anderem zwei Massengentests durch. Die Ermittler forderten mehr als 1500 Männer aus dem Bereich Linden auf, eine Speichelprobe abzugeben. Das DNA-Material glichen Kriminaltechniker anschließend mit Spuren ab, die sie an den Müllsäcken mit den Leichenteilen entdeckt hatten. Einen Treffer landeten sie jedoch nicht. Vom Mörder der jungen Frau fehlt bis heute jede Spur. Die Polizei will nun prüfen, ob möglicherweise Zusammenhänge zwischen den beiden Taten bestehen. Konkrete Hinweise darauf haben die Ermittler bisher aber nicht.

Die Kriminalpolizei sucht nun dringend nach Zeugen, die in den vergangenen Tagen rund um den Maschsee auffällige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen. 

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