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Aus der Stadt Näher ans Wasser
Hannover Aus der Stadt Näher ans Wasser
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20:59 24.09.2014
Von Frank Winternheimer
"Wasserbezogene Naherholung": Der Bootsanleger an der Leine.
"Wasserbezogene Naherholung": Der Bootsanleger an der Leine. Quelle: HAZ
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Hannover

Etwas mehr als drei Prozent des Gebietes der Region Hannover entfallen auf Flüsse, Kanäle, Seen oder Teiche, mithin also auf Wasserflächen. „Sie bergen ein großes Potenzial für die Naherholung“, sagt Regionsdezernent Axel Priebs. Was zu tun ist, um es besser zu nutzen, hat die Behörde durch die Berliner Architekten-, Ingenieurs- und Stadtplanergemeinschaft Gruppe Planwerk untersuchen lassen sowie in Workshops mit den Städten und Gemeinden erörtert. Herausgekommen bei der umfänglichen Fleißarbeit ist eine Ideensammlung von rund 100 möglichen Einzelmaßnahmen - einige kurzfristig umsetzbar, andere eher Zukunftsprojekte.

Unter den Flüssen genießt naturgemäß die Leine besonderes Augenmerk. Gutachter Heinz Tibbe von Planwerk, der das „Gesamtkonzept wasserbezogene Naherholung“ im zuständigen Ausschuss der Regionsversammlung präsentierte, empfiehlt unter anderem, die Ufer des Flusses besser erreichbar zu machen und die Infrastruktur für Bootssport und Wasserwandern zu verbessern. Neue Anlege- oder Einsetzstellen für Kanus und Kajaks schlagen die Berliner etwa im Süden bei Pattensen-Schulenburg, im Bereich des Laatzener Wiesendachhauses oder bei Neustadt-Bordenau vor. „Einige Dinge lassen sich mit einfachen Mitteln verbessern“, sagt Tibbe. So könnten etwa bestehende Wege durch den Bau von kleinen Brücken und Stegen besser miteinander verbunden werden. Außerdem könnte die Leine im Gesamtlauf mehr Plätze vertragen, an denen sich das Verweilen lohnt. Das Projekt Leinesee, also die großflächige Flutung der Leineaue im Westen Hannovers, spielt in dem Konzept keine Rolle. Die Region lehnt es ohnehin als nicht mit dem Naturschutz vereinbar ab.

Wassersport spielt auch bei den Kanälen eine Rolle; auch hier geht es um Infrastruktur für Paddler sowie für Ruderer. Außerdem sollten alle Begleitwege der künstlichen Wasserstraßen ins regionale Fahrradroutennetz aufgenommen werden. Bei den kleineren Flüssen und Bächen rät Planwerk dazu, sie stärker in die Stadt- und Dorfgestaltung einzubinden. „Oft sind Bachläufe gar nicht sichtbar und nicht gekennzeichnet“, sagt Tibbe. Fischtreppen könnten genauso in Szene gesetzt werden wie alle noch bestehenden oder ehemaligen Standorte von Wassermühlen.

Bei den Seen und Teichen gilt es häufig ebenso, die Erreichbarkeit zu verbessern - etwa, indem mit privaten Pächtern Verträge zur öffentlichen Nutzung geschlossen werden. Bestehende Naherholungs- und Bewegungsangebote entlang der Seen seien zu koordinieren, Angebote für Segler, Ruderer und Paddler zu schaffen. „Dabei ist es wichtig, in Bodenabbaugebieten frühzeitig Planungen für die Nachnutzung der Wasserflächen anzugehen“, sagt Tibbe. So biete etwa der Hänigser See bei Uetze bereits jetzt wunderschöne Uferzonen und könne zu einem Badesee gemacht werden. Wenn im Bereich der Wietzeseen beidseits der Grenze zwischen Isernhagen und Langenhagen der Kiesabbau Anfang des kommenden Jahrzehnts auslaufe, könnte der größte von ihnen, der sogenannte Hastra-See, zu einem neuen Segelrevier gemacht werden.

Mit Zahlen zu Kosten oder mit Zeitplänen für die Umsetzung ist das Gutachten von Planwerk noch nicht bestückt. Das sei auch nicht die Aufgabe gewesen, sagt Bilge Tutkunkardes, Teamleiterin Naherholung bei der Region. „Wir müssen jetzt in Absprache mit den Städten und Gemeinden sehen, welche Projekte gewünscht, realisierbar und finanzierbar sind“, erklärt sie. Die wiederum sollen dann ins regionale Naherholungsprogramm aufgenommen werden. Insgesamt können die Beteiligten sich langfristig mit dem Paket beschäftigen. Die Nutzung einer der Misburger Mergelgruben als Badesee etwa, die sich ebenfalls auf der Liste befindet, wäre aufgrund der Rahmenbedingungen erst in 15 Jahren möglich.

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