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Aus der Stadt Nahverkehr soll von Spritpreis profitieren
Hannover Aus der Stadt Nahverkehr soll von Spritpreis profitieren
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06:15 23.11.2012
Von Mathias Klein
Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region, erhofft sich Impulse für den Nahverkehrsplan. Quelle: HAZ-Archiv
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Hannover

Wie soll sich der Verkehr mit Bussen und Bahnen in der Region Hannover künftig entwickeln? Wie können die ländlichen Bereiche besser eingebunden werden? Welche Vorteile hat eine Bahnfahrkarte, die auch für Leihfahrräder gilt? Solche Fragen standen gestern Abend im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe „Region im Dialog“ zum Thema Nahverkehr. Im Regionshaus diskutierten fast 150 interessierte Bürger und Experten über die Zukunft des Verkehrs mit Bussen und Bahnen. Der derzeitige Streit um die D-Linie spielte an diesem Abend keine Rolle.

Konkret ging es gestern um Vorbereitungen für den nächsten Nahverkehrsplan, der ab dem Jahr 2013 für fünf Jahre gilt. „Wir wollen Impulse für den Nahverkehrsplan mitnehmen“, sagte der Verkehrsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz. Die Region sei bemüht, den Verkehr mit Bus und Bahn weiter zu verbessern, versprach Franz, der Nahverkehr in der Region solle weiter wachsen. Die schwierigste Aufgabe dabei ist nach den Worten von Franz das Bereitstellen von mehr Geld für die gewünschten höheren Kapazitäten des öffentlichen Nahverkehrs.

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Auch der Kasseler Verkehrsplaner Prof.Carsten Sommer sieht diese Schwierigkeit. Er rät aber dazu, nicht zu resignieren. Sommer wies gestern darauf hin, dass auch die Kosten für Autofahrten in den kommenden Jahren erheblich steigen würden. „Die Kostensteigerungen bei den Autos kann der Nahverkehr als Chance begreifen“, sagt Sommer.

Ein Zukunftstrend, den es in der Region Hannover noch nicht gebe, sei die Verknüpfung von Fahrkarten für Busse und Bahnen mit einem Leihfahrradsystem. Sommer berichtete von dem großen Erfolg eines solchen Projekts aus Kassel. Innerhalb eines halben Jahren ist dort die Zahl der Nutzer der Leihräder auf 25000 angestiegen.

Gestern kamen auch die Ideen einer Zukunftskonferenz von Bürgern zur Sprache, die sich vor zehn Tagen Gedanken über den Nahverkehr gemacht haben. Sie wünschen sich unter anderem flexiblere Angebote bei Bussen und Bahnen sowie gesicherte Umsteigeverbindungen. Außerdem schlagen die Bürger vor, nach Lösungen für überfüllte Busse und Bahnen zu Stoßzeiten, zum Beispiel vor Schulbeginn, zu suchen. Gewünscht werden außerdem ausreichend Platz für Fahrräder sowie ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen.

Fotos ausgezeichnet:

Damit der Nahverkehrsplan 2013 nicht zu wortlastig ausfällt, zieren ihn 30 Fotos, die in einem Fotowettbewerb entstanden sind. Die Region hatte angehende Fotografen und Mediengestalter von der MultiMedia Berufsbildenden Schule Hannover aufgefordert, Bilder zum Thema „Perspektive Nahverkehr“ einzureichen. Die Schüler schickten 300 Fotos an die Region. Den ersten Platz belegte die 22-jährige Lisa Justine Neumann. Perspektive und Dynamik des Motivs haben die Jurymitglieder überzeugt. 300 Euro gab es dafür. Angelina Jasmin Oetters und Jennifer Makollus belegten die weiteren Plätze.

Heike Schmidt 21.11.2012
Sonja Fröhlich 22.11.2012