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Aus der Stadt Maritim wird erst später umgebaut
Hannover Aus der Stadt Maritim wird erst später umgebaut
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00:18 16.01.2015
Von Andreas Schinkel
Quelle: Decker
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Hannover

„Erst zum Ende 2015 werden wir den Betrieb einstellen“, sagt der Geschäftsführer der Maritim-Hotelkette, Gerd Prochaska, auf Nachfrage der HAZ. Ursprünglich war geplant, dass die Maritim-Belegschaft bereits Ende Juni auszieht. Danach wollte der neue Eigentümer des Gebäudes zügig mit dem Umbau beginnen. „Aber die Abstimmungen mit der Stadt über die Verlängerung des Erbbaurechtsvertrags dauern länger als erwartet“, sagt Prochaska. Das sei aber kein Anlass zur Sorge. „An der Verkaufsoption hat sich nichts geändert“, betont der Maritim-Geschäftsführer.
Die Siebzigerjahre-Immobilie gegenüber dem Rathaus hat die eigens gegründete Friedrichswall GmbH gekauft. Hinter der Firma steht der Projektentwickler Andreas Pallushek. Geldgeber für das Millionengeschäft ist ein noch unbekannter Investor, der das Gebäude nach dem Umbau weiter als Hotel betreiben will. Auch die Fassade, Sinnbild für Gleichförmigkeit, soll eine andere Gestalt bekommen.

Das Maritim-Hotel am Friedrichswall soll saniert werden und dabei möglicherweise eine neue Fassadwe erhalten. Vielleicht lassen sich die Architekten dabei von unseren Fotomontagen inspirieren.

Der Kaufvertrag ist längst unterschrieben, aber erst rechtsgültig, wenn die Stadt als Eigentümerin des Grundstücks und Erbpachtgeberin zugestimmt hat. Daher können Stadt und Ratspolitik mittelbar Einfluss auf die Gestaltung des Betonkastens gegenüber dem Rathaus nehmen. Die Umbaupläne liegen noch weitgehend im Dunkeln, fest steht lediglich, dass der Investor in einer zusätzlichen Etage auf dem Dach des Hauses ein Panorama-Restaurant unterbringen will. Die Aussichtsplattform soll nicht nur Hotelgästen zur Verfügung stehen, sondern auch für Touristen geöffnet sein. Zwar betont Entwickler Pallushek, dass das Gebäude von der Straße aus betrachtet mit einem zusätzlichen Stockwerk keineswegs höher wirken werde, doch Ratspolitiker halten das Vorhaben zumindest für diskussionswürdig. Auch fordern sie ein ansprechendes Architekturkonzept für die Rückseite des Hotels. An der Leinstraße will die Stadt Platz für Wohnhäuser schaffen, deren Bewohner dann auf die rückseitige Hotelfassade blicken.

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Gekrönte Häupter, Politiker, Show- und Sportstars – die Liste der Prominenten, die sich im Hotel am Friedrichswall im Laufe der Jahre einquartiert haben, ist endlos. In der Regel wahrt das Personal strikte Schweigsamkeit darüber, was in den Luxussuiten so passiert, aber einige Anekdoten sind doch durchgesickert.

Pallushek gibt sich trotz der Verzögerung gelassen. „Die Dinge befinden sich in einem normalen Bearbeitungsprozess“, lässt er mitteilen. Auch im Rathaus ist man keineswegs alarmiert. „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit bei einem solchen Projekt“, sagt Bürgermeister Thomas Hermann. Die rund 90 Maritim-Mitarbeiter, denen die Kündigung droht, erhalten jetzt einen Aufschub. „Das hat für die Beschäftigten Vorteile“, sagt Maritim-Geschäftsführer Prochaska. Sie gewinnen Zeit, sich nach anderen Stellen umzuschauen. Die Mitarbeiter habe man bereits über den verlängerten Betrieb informiert.

Das Maritim Grand Hotel am Friedrichswall ist verkauft. Zum Jahresende soll der Betrieb enden. Ein Rundgang durch eines der prestigeträchtigsten Hotels in Hannover.
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