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Aus der Stadt Nana vor Sprengel Museum wegen Vandalismusschäden abgebaut
Hannover Aus der Stadt Nana vor Sprengel Museum wegen Vandalismusschäden abgebaut
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20:31 06.09.2011
Von Andreas Schinkel
Jetzt ist sie weg: Die Nana-Skulptur, die noch vor wenigen Tagen auf der Terrasse des Sprengel Museums stand, wird in einer Werkstatt restauriert.
Jetzt ist sie weg: Die Nana-Skulptur, die noch vor wenigen Tagen auf der Terrasse des Sprengel Museums stand, wird in einer Werkstatt restauriert. Quelle: Ralf Decker
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Hannover

Mehrere Jahre lang nahm die rundliche, bunte Dame all jene Besucher des Sprengel Museums in Empfang, die mit dem Aufzug anreisten. Sobald sich die gläsernen Türen des Fahrstuhls öffneten, liefen sie in die ausgebreiteten Arme der Nana. Insbesondere Kinder liebten die begehbare Skulptur auf der Terrasse des Museums, konnten sie doch durch eine schmale Öffnung in den Bauch der Dame kriechen. Aber seit Kurzem ist der Platz gleich neben dem Aufzug zum Museumsparkplatz verwaist. Die Nana-Figur wurde abmontiert und zur Restaurierung in eine Werkstatt gebracht. „Einige Arbeiten lassen sich einfach nicht im Freien erledigen“, sagt Museumssprecherin Isabelle Schwarz.

Nicht nur der Zahn der Zeit nagte an der „Nana maison“ („Nana-Haus“), wie das Werk richtig heißt. Auch Vandalismusschäden wurden zunehmend sichtbar. „Leider mussten wir feststellen, dass Menschen in die Skulptur urinierten und mit Stiften darauf kritzelten“, sagt Schwarz. Daher habe man sich entschlossen, das Werk nach den Ausbesserungsarbeiten nur in geschlossenen Räumen zu zeigen. „Offenbar provoziert die Kunst von Niki de Saint Phalle noch immer“, sagt die Museumssprecherin.

Nicht wenige Museumsbesucher vermissen die „Empfangsdame“ auf der Terrasse schon jetzt. „Viele erkundigen sich nach dem Verbleib der Skulptur und sind traurig, insbesondere Kinder“, sagt Schwarz. Tatsächlich sind die Schäden nicht durch das Spiel der Kinder entstanden, sondern eben durch die Zerstörungswut von Erwachsenen. „Unsere Restauratorin Bettina von der Goltz muss jetzt Harnstoffe und Kritzeleien entfernen“, sagt die Museumssprecherin. Hinzu kämen noch witterungsbedingte Schäden, etwa abgeplatzte Farbe. Zwar sei die Skulptur grundsätzlich aus wetterfestem Material gefertigt, aber Hagelschauer machen auch einer robusten Nana zu schaffen.

Insgesamt 400 Werke hat Niki de Saint Phalle vor elf Jahren dem Sprengel Museum geschenkt, ein bedeutender Teil der Sammlung. Das Werk umfasst neben Skulpturen und Zeichnungen alle wesentlichen Schaffensphasen der Künstlerin bis in die achtziger Jahre. Das Museum hat die Arbeiten in einer großen Ausstellung unter dem Titel „La Fête. Die Schenkung Niki de Saint Phalle“ zu Beginn des Jahres 2001 präsentiert. „Viele Exponate verleihen wir an andere Museen“, sagt Schwarz. Dennoch kann das Sprengel Museum nicht alle Werke zeigen, was sich ändern soll, sobald der neue Anbau fertiggestellt ist. Der neue Museumstrakt könnte dann auch der beschädigten Freiluft-Nana Unterschlupf gewähren.

Zu Beginn der Bauarbeiten im Herbst kommenden Jahres hätte die Skulptur auf der Terrasse ohnehin weichen müssen, vermutet Schwarz. Denn der Anbau soll auf dem Museumsparkplatz entstehen, und das wäre in unmittelbarer Nähe des Nana-Hauses gewesen.

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