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Aus der Stadt Naturbad muss wieder schließen
Hannover Aus der Stadt Naturbad muss wieder schließen
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12:14 19.06.2010
Von Tobias Morchner
Badleiter Detlev Schmidt-Lamontain
Badleiter Detlev Schmidt-Lamontain Quelle: Christian Elsner
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Für kurze Zeit konnten die Betreiber des Naturbades Hainholz hoffen, doch jetzt hängt wieder das Schild mit der Aufschrift „Geschlossen“ am Eingang. Denn das Wasser des Freibades ist wieder mit gefährlichen Kolibakterien verseucht, und die Betreiber bekommen das Problem einfach nicht in den Griff. „Wir können uns nicht erklären, wie die Erreger ins Wasser gelangen“, sagt Detlev Schmidt-Lamontain, der Geschäftsführer des Naturbades.

Vor vier Wochen wurden zum ersten Mal Kolibakterien im Wasser festgestellt. Seitdem wird regelmäßig gemessen. Die Verunreinigungen treten nicht immer an derselben Stelle auf. Mal ist das Wasser an dem einen von insgesamt sieben Messpunkten kontaminiert, dann wieder an einem anderen. Kolibakterien, die zu Entzündungen und Durchfall führen können, können nur über Fäkalien in das Wasser des Bades gelangt sein. Deswegen tauschten die Betreiber das Wasser in den Schwimm- und Regenerationsbecken aus, reinigten alle Rohre und Filter. „Wir haben keine Verunreinigungen gefunden“, erklärt Schmidt-Lamontain.

Als letzte Chance, das Problem zu ergründen, bleibt den Betreibern jetzt nur noch, den Kies am Boden des Beckens auszutauschen. „Vielleicht ist mit dem Tauwasser nach dem langen Winter Unrat in unser Bad gespült worden, hat sich in der Kiesschicht festgesetzt und so zur Entstehung der Bakterien geführt“, vermutet der Geschäftsführer des Bades. Über diese Möglichkeit, die viel Geld kosten wird, beraten die Naturbadbetreiber am Montag gemeinsam mit der Stadtverwaltung und den Architekten der Anlage. Doch bereits jetzt gehen den Badbetreibern pro Tag, an dem das Freibad geschlossen bleibt, Einnahmen zwischen 300 und 800 Euro verloren. „Lange können wir diese Situation nicht mehr durchhalten“, erklärt Detlev Schmidt-Lamontain.

Es ist nicht der erste Rückschlag, den er einstecken musste. Im August 2009 ließen Unbekannte rund 500.000 Liter Wasser aus dem Regenerationsbecken ab und verursachten so einen Schaden im vierstelligen Bereich. Ein paar Monate später brannte der Kiosk und die Gaststätte des Bades vermutlich wegen eines technischen Defekts ab.

Zudem konnte die Stadtteilgenossenschaft, die den Betrieb des Bades eigentlich übernehmen sollte, bis heute nicht gegründet werden, weil das nötige Eigenkapital fehlt. Derzeit führt eine sogenannte Unternehmergemeinschaft das Bad, die sich vor allem aus Bezirksratspolitikern wie Schmidt-Lamontain zusammensetzt. Die Stadt vertraut dem ehrenamtlichen Konsortium und hat ihm den Betrieb jetzt für zehn Jahre übertragen. Auf eine Pacht verzichtet die Stadt angesichts der desolaten finanziellen Situation der Unternehmergemeinschaft, gewährt aber einen Betriebskostenzuschuss von 20.000 Euro pro Jahr.

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