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Aus der Stadt Bittersüß schließt nach 34 Jahren
Hannover Aus der Stadt Bittersüß schließt nach 34 Jahren
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00:17 08.12.2016
Bittersüß-Chef Sahak Hakobyan will jetzt einen Foodtruck betreiben.
Bittersüß-Chef Sahak Hakobyan will jetzt einen Foodtruck betreiben. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Die Regale des Naturkostfachmarkts, der seit 1982 besteht, sind fast leergeräumt, überall hängen Rabatt-Schilder – seit Mittwoch läuft der Ausverkauf, spätestens zum Jahresende schließt der Naturkostfachmarkt.

„Wir haben alles versucht, aber es reicht nicht“, sagt Eigentümer Sahak Hakobyan, der den Laden vor acht Jahren übernahm. Er habe so lange es ging um seine Existenz gekämpft, Mitgliedskarten mit Rabatten eingeführt, oder aber mittags frische Suppe verkauft. „Aber es gibt ja nicht nur zig Biomärkte – ganze 13 Stück sind in zweieinhalb Jahren dazu gekommen –, auch jeder Supermarkt hat riesige Bio-Ecken“, schildert er das Problem. Bereits 2012 musste er seine Filiale in der List aufgeben, weil keine 100 Meter weiter ein großer Biosupermarkt öffnete.

Großes Sortiment und günstige Preise: Was viele Kunden großer Bio-Supermärkte freut, zwingt kleine Läden zum Aufgeben. So auch Bittersüß an der Hildesheimer Straße. Nach 34 Jahren macht das Geschäft in der Südstadt dicht.

Nicht nur die fünf Mitarbeiter, die nun ohne Job dastehen, auch die Kunden sind entsetzt: „Ich bin tieftraurig“, sagt Stammkunde Ekkehard Meese. „Ich komme bestimmt schon seit 15 Jahren hier her.“ Ihm gefalle der gute Service, das große Sortiment und die freundliche Bedienung. „Das ist für mich eine Katastrophe“, stimmt ihm Ursula Rössel zu. „Hier war es nicht so anonym wie in den großen Läden.“ Haykobyan will nun etwas neues ausprobieren. „Ich werde mir einen Foodtruck holen und armenische Spezialitäten verkaufen“, sagt er.

Von Lisa Malecha

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