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Aus der Stadt Neubauten verdrängen Kleingärtner in Hannover
Hannover Aus der Stadt Neubauten verdrängen Kleingärtner in Hannover
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11:00 11.07.2011
Von Andreas Schinkel
Auch ein Ziel für Ausflügler: Die Kleingartenkolonie Bischofshol. Quelle: Martin Steiner
Hannover

„Ein Rechenzentrum und mehrere Reihenhäuser sollen hier errichtet werden, deshalb müssen wir unsere Parzellen verlassen“, berichtet Marina Brusch, Vorsitzende der Bischofsholer Kleingartenkolonie. Das wolle man aber nicht widerspruchslos hinnehmen. Tatsächlich sind Pachtverträge gekündigt worden, wie der Präsident des Bezirksverbands der Kleingärtner, Karl-Heinz Rädecker, bestätigt. Rund 60 Lauben müssen geräumt werden.

Der Streit zwischen den Kleingärtnern und dem neuen Eigentümer geht inzwischen vor Gericht weiter. Der Bezirksverband der Kleingärtner spekuliert auf eine Entschädigung für seine Mitglieder in Bischofshol. „Wir sehen dem anstehenden Vergleich optimistisch entgegen“, sagt Rädecker.

45.000 Quadratmeter umfasst die Kleingartenkolonie Bischofshol, dem Vernehmen nach hat die Immobiliengesellschaft rund 1,5 Millionen Euro für das Grundstück bezahlt. Die Stadt habe das Vorkaufsrecht ausgeschlagen, erzählt Brusch, der Preis sei offenbar zu hoch gewesen. Um aber die Grünfläche als Bauland ausweisen zu können, müssen hohe bürokratische und politische Hürden genommen werden. Denn es bedarf einer umfangreichen sogenannten Flächennutzungsplanänderung, die der Rat und seine Gremien beschließen müssen. Von dort aber kündigt sich schon jetzt Widerstand an. „Die Kolonie am Rande der Eilenriede eignet sich hervorragend zur Renaturierung“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Da müsse nichts hingebaut werden. Die Grünen hatten im vergangenen Jahr mehrmals eine Vergrößerung der Eilenriede gefordert, stießen bei der Stadtverwaltung aber auf Ablehnung.

Der vormalige Eigentümer der Gartenkolonie, die Fleischer-Innung, weiß um diese Probleme. „Auch wir haben zuvor geprüft, ob das Grundstück in Bauland verwandelt werden könnte, aber die Stadtverwaltung sah auf lange Sicht wenig Chancen“, sagt Eric Handke, Obermeister der Fleischer-Innung. Daher habe sich die Innung „aus betriebswirtschaftlichen Gründen“ entschlossen, die Kolonie abzustoßen. Der Mietzins sei sehr niedrig gewesen, und wenn man noch die Steuern abzog, blieb es beim Nullsummenspiel, erklärt Handke. „Die Angst der Kleingärtner vor der Vertreibung hat es aber schon immer gegeben“, sagt der Obermeister. Ob die Sorgen jetzt begründet sind, mag er nicht beurteilen.

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