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Aus der Stadt Neue Ausstellung an ehemaliger Israelitischen Gartenbauschule geplant
Hannover Aus der Stadt Neue Ausstellung an ehemaliger Israelitischen Gartenbauschule geplant
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20:50 28.06.2010
Von Bärbel Hilbig
Silke Burmeister informiert SPD-Landtagsabgeordnete aus der Region. Quelle: Rainer Surrey
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Die Leiterin der Gedenkstätte in Ahlem, Stefanie Burmeister, sagt: „Die historischen Orte sollen deutlich werden. Bisher bekommen Besucher keinen Bezug dazu.“ Landwirtschaftskammer, Justus-von-Liebig-Schule und Suchtberatung Neues Land, die neben der Gedenkstätte auf dem Gelände arbeiten, werden in die Planungen einbezogen.

Bisher führt die Gedenkstätte ein Schattendasein im Keller des ehemaligen Direktorenhauses. Vergilbte Texttafeln zeigen Kopien historischer Fotos und Dokumente. Nach langjähriger Diskussion hat die Region vor kurzem entschieden, das gesamte Haus für drei Millionen Euro zu sanieren und alle fünf Etagen der Gedenkstätte zuzuschlagen, die als zentrales Informationszentrum die Verfolgung von Juden sowie Sinti und Roma in der Region und die Geschichte der Gartenbauschule darstellen soll. Das Gelände war Sammelstelle für die Deportation von Juden. Die Gestapo hielt dort politische Häftlinge und Zwangsarbeiter gefangen.

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Die Ausstellung soll wissenschaftlich aufgearbeitet und gleichzeitig didaktisch gestaltet werden. „Wir wollen den Neuntklässler von der Hauptschule genauso ansprechen wie Fachpublikum“, sagt Burmeister. Sie erläuterte die Pläne gestern den sieben SPD-Landtagsabgeordneten aus Stadt und Umland, die zum ersten Mal auf einer gemeinsamen „Sommerreise“ eine Woche lang etliche Einrichtungen in der Region besuchen. Burmeister würde am liebsten auch die Geschichte des zwei Kilometer entfernten Konzentrationslagers Ahlem einbeziehen. Seit fast 30 Jahren werde zur Geschichte der hannoverschen Konzentrationslager geforscht, sagte Landtagsabgeordnete Silke Lesemann, selbst Historikerin. „Es ist völlig unverständlich, dass das bisher nur zwischen Buchdeckeln existiert und noch nicht didaktisch angemessen präsentiert wird.“ Lesemanns Fraktionskollege Marco Brunotte betonte, es sei nicht selbstverständlich, dass die Region jetzt Geld in die Hand nehme. „Viele führen jetzt eine Schlussstrichdebatte. Eine regionale Gedenkstätte ist dringend notwendig.“

Burmeister betonte, eine regionale Gedenkstätte biete die große Chance, Jugendlichen zu zeigen, was dort passiert ist, wo sie jetzt leben. Die Region startet im Herbst einen Gestaltungs- und Architektenwettbewerb. Die Ergebnisse sollen zum Frühjahr vorliegen und die Sanierung möglichst im Herbst 2011 starten. Die CDU-Regionsfraktion hatte die Pläne abgelehnt, weil ihr die Investitionssumme zu hoch erscheint. Burmeister erläuterte jetzt, dass die historische Aufarbeitung einige Jahre in Anspruch nehmen werde. Für das umfangreiche Projekt sollen weitere Fördermittel und Spenden eingeworben werden.

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