Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Die Fenster zum See
Hannover Aus der Stadt Die Fenster zum See
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:46 13.11.2014
Von Daniel Alexander Schacht
Vier Quadratmeter groß, fünf Zentimeter dick, einbruchssicher, wärmeisolierend: Die neuen Fenster in den Loggien des Anbaus.
Vier Quadratmeter groß, fünf Zentimeter dick, einbruchssicher, wärmeisolierend: Die neuen Fenster in den Loggien des Anbaus. Quelle: Rainer Dröse
Anzeige
Hannover

"Das ist öffentlicher Raum“, sagt Marlis Drevermann und lächelt zufrieden. „Da kann man den Blick nach draußen richten und die Bilder drinnen im Geiste Revue passieren lassen.“ Sie steht dabei in der Mittelloggia des Sprengel-Neubaus, die am Mittwoch Fenster bekommen hat. Weil der Bau, ob mit oder ohne Fenster, in der Stadt nach wie vor ein sehr gespaltenes Echo hervorruft, nutzten Hannovers Kulturdezernentin und der Direktor des Sprengel Museums, Reinhard Spieler, zum wiederholten Male die Gelegenheit, die Vorzüge des Baus noch einmal öffentlich hervorzuheben. Vor allem dazu hat man dieses Mal die Journalisten geladen.

Die Loggien im Erweiterungsbau des Sprengel Museums bekommen neue Fenster.

Zu diesen Vorzügen zählt die Verglasung zweifellos. Schließlich muss sie sehr hohen Ansprüchen genügen. Zum Einsatz kommt besonders einbruchssicheres, dreifaches Wärmeisolierglas mit integrierten Sonnenschutzlamellen aus Aluminium. Eine der knapp fünf Zentimeter dicken und knapp vier Quadratmeter großen Scheiben, von den acht allein für die Mittelloggia erforderlich sind, wiegt 360 Kilogramm. Insgesamt werden mehrere hundert Quadratmeter Sicherheitsglas in den Neubau eingesetzt; in den nächsten Tagen gelangen die Glasarbeiten wohl zum Abschluss.

Weil das so ist, hofft Drevermann, dass die Kritik am von vielen Hannoveranern als Trutzbau angesehenen Museum nun bald verstummen möge. „Dies ist ein Museum, das jeden Tag schöner wird“, sagt sie also, „und mit dem Baufortschritt tritt auch die Idee des Baus immer deutlicher zutage.“ Und Sprengel-Chef Spieler schwärmt davon, wie viel „Spaß“ ihm der Erweiterungsbau bereite und wie „wunderbar“ es sei, die Baufortschritte zu erleben. Zum Beispiel den Einbau eines Aufzugs und die Abschlussarbeiten an den Lichtschächten.

Doch statt auf den fröhlichen Grundton einzuschwenken, fragen die Journalisten, ob der Kosten- und Terminplan für den Neubau denn nun eingehalten und was an der umstrittenen Fassade noch geändert werde. „Wir bewegen uns im Zeit- und Kostenrahmen“, sagt Frank Heidenbluth, Leiter des Gebäudemanagements der Stadt, schränkt allerdings ein, dass dies wegen des „überaus komplexen und ambitionierten“ Bauwerks „nur eine Momentaufnahme“ sein könne.
Die Baukosten belaufen sich jetzt nach seinen Worten auf bis zu 37,77 Millionen Euro – ursprünglich hatten es mal 25 Millionen sein sollen. Die Bauübergabe ist für Mai 2015 vorgesehen, auf einen genauen Eröffnungstermin will sich Drevermann jedoch nicht festlegen. Spieler hatte im Interview mit der HAZ eine Präsentation der Räume für Juni 2015 angekündigt.

Bis es so weit ist, warnen Drevermann und Spieler vor voreiligen Urteilen über die Sichtbetonfassade des Neubaus. Schließlich, sagt Caroline Arndt, Architektin beim Gebäudemanagement, würden daran derzeit noch „kosmetische Korrekturen“ vorgenommen. Ein abschließendes Urteil, sagt Drevermann, sei erst bei der Übergabe der Fassade Mitte Dezember im Beisein des Architekten Markus Peter möglich. Wenn alle kosmetischen Korrekturen gemacht sind.

15.11.2014
Aus der Stadt Film aus der Vogelperspektive - Hannover von seiner höchsten Seite
12.11.2014
12.11.2014