Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Neue Konzepte sollen Alkoholkonsum vermindern
Hannover Aus der Stadt Neue Konzepte sollen Alkoholkonsum vermindern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:15 20.09.2012
Von Veronika Thomas
„Limmern“ – Alkoholkonsum und Lärm sind auch durchs neue Konzept nicht ganz zu verhindern, doch die Stadt erhofft sich zumindest eine Verbesserung der Lage. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Seit Monaten fühlen sich Anwohner von lautstarken Trinkgelagen nicht nur an der Limmerstraße genervt; Geschäftsleute am Raschplatz beklagen Einbußen durch eine Trinkergruppe, die sich nahezu täglich am Treppenaufgang zur Sparkasse trifft. Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Stadt Probleme in den Griff bekommen, die durch ausufernden Alkoholkonsum einschließlich seiner Begleiterscheinungen wie Lärm, Müll und wildes Urinieren entstehen. Gestern stellte die Verwaltung den Ratspolitikern im Sozialausschuss ihr fächerübergreifendes „Handlungskonzept bei Beschwerden über Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen“ vor.

„Dies ist kein Konzept zur Verhinderung von Alkoholkonsum auf öffentlichen Flächen“, sagte Sozialdezernent Thomas Walter. „Vielmehr haben wir es hier mit einem tief sitzenden gesellschaftlichen Problem von Sucht zu tun.“ Im Kern der Maßnahmen - vom Auf- oder Abbau von Sitzmöglichkeiten, der Änderung der Platzgestaltung bis hin zum Aufstellen mobiler Toilettenanlagen oder der Erarbeitung von Platzregeln mit den Nutzern - stehen Gespräche mit allen Beteiligten. Sogenannte Störer sollen ebenso gehört werden wie verärgerte Anwohner und Beschwerdeführer, bei Bedarf auch mit Unterstützung geschulter Konfliktmoderatoren.

Je nachdem, ob die Störung auf einer Grünfläche, einem Friedhof oder einem Platz in der City geschieht oder von einer Gruppe Jugendlicher ausgeht, sollen sich Parkranger, Streetworker oder die „Servicegruppe Innenstadt“ zunächst durch Platzbegehungen zu unterschiedlichen Tageszeiten über die jeweilige Lage informieren. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Fachbereichen sollen Stadtbezirksmanager der betroffenen Stadtteile die Koordination der „Stör“-Fälle übernehmen und das Handlungskonzept umsetzen. Sie sollen auch als Konfliktmoderatoren geschult werden. Fester Bestandteil des Konzepts ist die Mitarbeit des Vereins Karl-Lemmermann-Haus (KLH) der einen Erhebungsbogen entwickelt hat, um die Situation vor Ort zu dokumentieren. Dadurch will sich die Stadt ein möglichst konkretes Bild der jeweiligen Situation verschaffen. Außerdem hat sich der Verein KLH einen guten Ruf als Konfliktmoderator am Ricklinger Schünemannplatz erworben, wo es jahrelang wüste Trinkgelage gab.

Während SPD, CDU und Linke das Konzept als „Schritt in die richtige Richtung“ befürworteten, fragte Katrin Langensiepen (Grüne), wie dies vor allem abends und an Wochenenden durchgesetzt werden soll, und ob dafür ausreichend Personal zur Verfügung stehe. Als Beispiel nannte sie Linden, wo sich an der Limmerstraße junge Leute zum „Limmern“ treffen, wie man in dem Stadtteil sagt. In Gruppen stehen sie auf der Straße und trinken mitgebrachten Alkohol - mehr oder weniger lautstark. Auch mit diesem Konzept werde es „Limmerer“ geben, erwiderte Walter, bestimmten Auswüchsen könne nur mit den Mitteln der sozialen Arbeit begegnet werden. Bei den kommenden Haushaltsplanberatungen für das Jahr 2013 will Walter gemeinsam mit betroffenen Fachbereichen unter anderem über Stellenausweitungen sprechen, um Mitarbeiter auch nachts und an Wochenenden einsetzen zu können.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Eltern eines fünfjährigen Jungen haben die Region verklagt. Sie fordern einen Kita-Zuschlag zurück, den sie monatlich an die Gemeinde Nordstemmen zahlen mussten, weil ihr Sohn von einer Kita in seinem Wohnort Pattensen in eine Einrichtung des Nachbarorts gewechselt war.

Sonja Fröhlich 17.09.2012
Aus der Stadt "Ich bin ein Held. Was ist mit dir?" - Aktionswoche zu mehr Zivilcourage gestartet

Zum ersten Mal beteiligt sich Hannover mit einem eigenen Konzept an der Niedersächsischen Woche der Zivilcourage. Unter dem Motto "Ich bin ein Held. Was ist mit dir?" erzählen Menschen, die in der Not geholfen haben, ihre Geschichte.

20.09.2012

Bei einem Brand sind in der Nacht zum Sonntag zwei Pkw zerstört worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, ist die Ursache des Feuers aber noch unklar.

17.09.2012