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Aus der Stadt Neue Show des GOP zeigt viel Haut
Hannover Aus der Stadt Neue Show des GOP zeigt viel Haut
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00:24 17.01.2015
Foto: Premiere der neuen GOP-Show „The Trip“
Premiere der neuen GOP-Show „The Trip“ Quelle: Philipp von Ditfurth
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Reiseleiter ist der Travestiekünstler Jack Woodhead, der besser Englisch spricht (und singt) als Deutsch. Mal im Frack mit blauem Hut, mal als lebende Diskokugel, mal im schwarzen Rabenkostüm, mal halb nackt mit Strass behängt führt er grell und lasziv durch das Programm. Star der Show ist der Spanier David Pereira. Wer meint, schon mal einen perfekten Körper gesehen zu haben, der muss Pereira kennen. Der 24-jährige ist ein Artistik-Multitalent – Knochen, Gelenke und Muskulatur scheinen seinem Körper keine Grenzen zu setzen.

In der Show "The Trip" im GOP-Varieté nimmt Künstler David Pereira das Publikum mit auf einen bunten Trip.

Pereira zeigt seine Kunst am Vertikaltuch, mit Hula-Hoop-Reifen und am Einkaufswagen. Am Einkaufswagen? Intelligent tanzt er gegen die gängigen Vorstellungen von Normalität an, wenn er mit Engelsflügeln anmutig tanzend einen Einkaufswagen umgarnt. Später am Abend schmachtet er einen älteren Mann in der ersten Reihe an. Der androgyne Pereira spielt so hinreißend verliebt, dass der Abend für den Angebeteten wie eine Frischzellenkur gewirkt haben dürfte. Allerdings nur, wenn er Spaß versteht und sich auf das erotische Spiel der Show einlässt.

Dazu sind nicht alle Gäste bereit. Ein GOP-Stammgast beschwert sich nach dem Programm, die Show sei zu anzüglich, zu freizügig, zu englischsprachig. Den gewagtesten Teil der Vorstellung spricht er dabei gar nicht an: Pereira lässt sich, nur mit Shorts und einer Schicht Rasierschaum bedeckt, von einem Mann im Publikum den nackten Körper rasieren – und umarmt ihn am Ende zum Dank, wobei ein guter Teil des Schaums an der Kleidung des Gastes kleben bleibt. Diese Show traut sich was.

Das Privileg, einen Star wie David Pereira aufweisen zu können, ist gleichzeitig eine Schwäche der Show: Die anderen Artisten fallen ihm gegenüber ab. Eine Ausnahme bildet die Kasachin Katharina Lebedew, die bleich, schwere- und lautlos wie ein Vampir über die Bühne tanzt – mit Bewegungen, die unwirklich, extrem und schnell sind wie ein Spezialeffekt in einem Draculafilm.

Dem „Trip“ fehlt merklich der erkrankte Dieter Tasso. Der 81-jährige Comedy-Jongleur hätte einen Gegenpol zum jugendlichen Pereira gebildet. Tasso hätte sicherlich manche Zuschauer versöhnt, denen die Show zu sexbetont ist. Das Flamenco-Tanztrio Alandalus Nights, das für Tasso eingesprungen ist, kann diese Lücke nicht füllen. Ob der an einem Rückenleiden erkrankte Altmeister zu einem späteren Zeitpunkt ins Programm einsteigen kann, ist noch unklar.
Die Show läuft bis zum 8. März.

Von Rüdiger Meise

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