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Aus der Stadt Neue Wohnmodule aus Holz für Flüchtlinge
Hannover Aus der Stadt Neue Wohnmodule aus Holz für Flüchtlinge
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19:37 13.11.2015
Von Juliane Kaune
Hannover, neues Wohnkonzept aus Holz für Flüchtlingsunterküfte, Schützenplatz (Foto: Frank Wilde) Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Das Material sei ökologisch, vergleichsweise schnell lieferbar und sogar kostengünstiger als Stahl, erklärt Zimmermeister Bernd Schliebitz. „Wir wollen zeigen, dass wir die Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen direkt vor Ort in Hannover lösen können.“ Bisher hat die Stadt Holzcontainer, die zu Flüchtlingsunterkünften werden sollen, in Österreich fertigen lassen.

Die ersten hölzernen Module aus dieser Baureihe werden an der Lindener Steigertahlstraße aufgebaut - knapp 100 Menschen sollen dort im Januar einziehen. In Herrenhausen und Ahlem sind zwei vergleichbare Standorte geplant, Architekt Kay Marlow hatte die Idee zur Beschaffung der Holzmodule. Die Bauteile aber müssen aufwendig nach Hannover transportiert werden. Das Unternehmen aus Österreich habe trotz der Transportwege das günstigste Angebot abgegeben, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Ortsansässige Firmen hätten sich an der Ausschreibung nicht beteiligt.

Die Hannoversche Zimmerei, in der 60 Mitarbeiter angestellt sind, wäre gern dabei gewesen. „Wir schauen aber nicht jeden Tag in die Liste der öffentlichen Ausschreibungen“, sagt Schliebitz. Nun wollen die Wettberger Zimmerleute bei einer neuen Ausschreibung der Stadt ihren Hut in den Ring werfen. „Der Quadratmeterpreis unserer Module liegt bei 960 Euro - statt bis zu 1500 Euro bei herkömmlichen Containern“, wirbt Schliebitz. Mit einer Vorlaufzeit von sechs Wochen könnten 180 Holzmodule produziert und geliefert werden; die Wartezeit bei üblichen Containern sei doppelt so lang. Ein Angebot für eine Flüchtlingsunterkunft mit 500 Bewohnern hat der Betrieb bereits an das Niedersächsische Innenministerium geschickt. Eine Antwort steht noch aus.

Weitere elf Anlagen mit Wohncontainer sollen in Hannover noch entstehen. Ob diese aus Holz oder in Massivbauweise errichtet werden, hänge von den eingehenden Angeboten ab, erklärt Stadtsprecher Dix. Die Ausschreibungen dafür sollten so gestaltet werden, dass auch kleinere Firmen mitmachen könnten. Direktaufträge seien aus vergaberechtlichen Gründen nicht möglich. „Alle Firmen, auch aus der Region Hannover, sind selbstverständlich eingeladen, sich zu beteiligen.“

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