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Aus der Stadt Neuer Ärger um Raschplatztunnel in Hannover
Hannover Aus der Stadt Neuer Ärger um Raschplatztunnel in Hannover
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20:54 14.11.2010
Von Andreas Schinkel
Die neuen Leuchtstoffröhren machen den Tunnel zwar heller, offenbaren aber den Dreck. Quelle: Philipp von Ditfurth

Der Boden des Tunnels starrt vor Schmutz. Unzählige Kaugummireste überziehen die Fliesen wie einen Flickenteppich, aus vielen Ecken steigt beißender Uringeruch in die Nase, und die Rolltreppe am Eingang funktioniert schon lange nicht mehr: Den verwahrlosten Zustand des unterirdischen Verbindungsgangs zwischen Raschplatz und Weißekreuzplatz wollen SPD und Grüne im Rat nicht mehr länger hinnehmen.

„Uns wurde zugesagt, dass der Tunnel schnell hergerichtet wird“, sagt Thomas Hermann, baupolitischer Sprecher der SPD. Doch bisher ist nichts passiert, abgesehen von ein paar Leuchtstoffröhren, die an die Decke montiert wurden. Auch die Grünen sind sauer. „Es kann nicht sein, dass der Ratsbeschluss, den Fußweg zu erneuern, derart ignoriert wird“, ärgert sich Fraktionsvize Michael Dette. Er denkt nun darüber nach, zusammen mit der SPD einen sogenannten Weisungsbeschluss durchzusetzen, der sich direkt an Oberbürgermeister Stephan Weil richtet und ihn auffordert, noch einmal gezielt auf den Eigentümer, die Immobiliengesellschaft HRG, einzuwirken.

„Der Tunnel ist in einem unhaltbaren Zustand“, ärgert sich Klaus Eberitzsch, Sprecher der Bürgerinitiative Aktion Lister Meile. Dabei diene der Durchgang vielen Bummlern in der Innenstadt als schneller Verbindungsweg zwischen Raschplatz und Lister Meile, insbesondere bei schlechtem Wetter. „Den oberirdischen Weg über die Berliner Allee nehmen nur wenige, weil die Ampelphasen so lange dauern“, berichtet Eberitzsch.

Die HRG, an der unter anderem die Sparkasse und die Üstra beteiligt sind, bestreitet keineswegs, dass Handlungsbedarf besteht. „Wir möchten den Tunnel lieber heute als morgen ausbauen“, sagt Geschäftsführer Thomas Heinemann. Aber noch immer warte man auf ein Sicherheitsgutachten der Firma HHP aus Braunschweig, die prüft, ob der Durchgang auch als Fluchtweg taugt. Denn auf dem erst kürzlich neu gestalteten Raschplatz sollen künftig Großveranstaltungen stattfinden, und mit seinen 80 Metern Länge gilt der unterirdische Weg als Tunnel, für den besondere Sicherheitsanforderungen beachtet werden müssen. „Wir wollen hier eine baurechtlich saubere Lösung, auch angesichts der tragischen Massenpanik während der Love Parade in Duisburg“, sagt Heinemann. Allerdings räumt er ein, dass die Braunschweiger Firma mit ihrem Gutachten seit Wochen in Verzug ist.

Die Summe von knapp einer halben Million Euro für die Erneuerung des Tunnels hat die HRG bereits zurückgelegt. Die leeren Läden sollen entfernt, ein neuer Boden verlegt und der Durchgang mit weißen Wänden versehen werden. Auch die Fassade der alten Polizeiwache am Raschplatz bekommt eine helle Verkleidung, sobald die Polizisten ihr neues Revier unter der Freitreppe bezogen haben.

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