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Aus der Stadt Türkisfarbene Punkte irritieren Radfahrer
Hannover Aus der Stadt Türkisfarbene Punkte irritieren Radfahrer
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14:34 23.05.2015
Hier sollen die Radler auf den Punkt kommen: Vor dem Opernhaus sind die Markierungen auf die Fahrbahn gemalt. Quelle: Wallmüller
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Hannover

„Der Ring wird immer besser. Wir arbeiten daran“: In einem Faltblatt versprach die Stadt Hannover Anfang April eine umfangreiche Erneuerung des City-Radrings. Zunächst sollte die Strecke, die für Radfahrer der schnellste Weg durch die Innenstadt ist, nur optisch, später durch Umbauten in einigen Straßen verbessert werden. Seit Anfang Mai sind die türkisfarbenen Punkte, Pfeile und Zeichen, die für Radfahrer und Fußgänger die Spur markieren sollen, nun aufgetragen – dass sie wirklich hilfreich sind, das ist bislang noch eine Minderheitenmeinung.

„Die Punkte scheinen vollkommen willkürlich gesetzt zu sein. Und dann noch der verkrüppelte Einkaufswagen und der klitzekleine Pfeil darunter, da weiß doch niemand, was diese Hieroglyphen bedeuten sollen“, sagt Martin Nebendahl, Fraktionschef der Grünen im Bezirksrat Mitte brüskiert. Solche Hinweise müssten so platziert und kenntlich gemacht werden, dass sowohl Rad- und Autofahrer als auch Fußgänger ihre Wege sofort koordinieren könnten, klagt er weiter. Dafür seien die Symbole aber viel zu klein und nicht im geringsten intuitiv zu verstehen.

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Über dieses Symbol wird oft geschmunzelt – es soll ein Fahrrad darstellen. Foto: Wallmüller

Die Idee, Radfahrern durch den City-Radring ein schnelles Umfahren der Fußgängerzone zu ermöglichen, geht auf ein Konzept aus den späten Neunzigerjahren zurück, das 2010 im Stadtrat beschlossen wurde und seither als Leitbild der Ringstrecke fungiert. Von der Schmiedestraße geht es über den Marstall zur Georgstraße. Von dort werden Radfahrer über die Schillerstraße und den Ernst-August-Platz zur Luisenstraße geleitet. Weiter geht es über die Georgstraße, die Windmühlenstraße und die Karmarschstraße wieder zur Schmiedestraße.

Um das Zeichensystem rund um den Ring besser verstehen zu können, hat die Stadt in der Bauverwaltung sowie im Bürgeramt Mitte Flyer ausgelegt, allerdings wurde der Radweg aus Sicht der Verwaltung „bereits gut angenommen“, wie Stadtsprecher Dennis Dix mitteilt. Weitere Kampagnen seien derzeit deshalb nicht geplant.

Dass ein solches Leitsystem durchaus auch funktionieren kann, zeigt aus Sicht von Nebendahl der Radweg am Engelbosteler Damm in der Nordstadt. „Die Verkehrsführung wurde dort durch grüne Symbole sehr eingängig realisiert“, sagt Nebendahl. In abgewandelter Form könne er sich das auch für den City-Ring vorstellen.

Das Zeichensystem in der Innenstadt musste derweil allerhand Spott über sich ergehen lassen. Das Fahrradzeichen könnte nach Ansicht einiger Passanten eher „eine Tasse Kaffee“ oder ein „neumodischer Einkaufswagen“ sein. Entworfen wurden die Symbole von einer Agentur, die von der Stadt mit der Gestaltung beauftragt wurde.

Aufgrund von Witterungseinflüssen müssen Bemalungen solcher Art ohnehin jährlich ausgebessert werden. Vielleicht nutzt die Stadt die Chance, die Symbole noch einmal zu überdenken.

Nadja Neqqache

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