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Hannover Aus der Stadt Neuer Feiertag? Reden Sie mit!
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17:21 29.01.2018
Der Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, spricht beim HAZ-Forum über den neuen Feiertag in Niedersachsen.
Der Präsident des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, spricht beim HAZ-Forum über den neuen Feiertag in Niedersachsen. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

 Die Debatte um den neuen, geplanten Feiertag für Niedersachsen sorgt derzeit fast täglich für vorgebrachte Bedenken und Einwände. So betonte Michael Fürst, Landesverbandspräsident der Jüdischen Gemeinden Niedersachsen, nun bei der der Gedenkstunde in der Synagoge für die Opfer des Holocaust die Verbindung des vorgeschlagenen Reformationstag mit dem Namen Martin Luther. Dessen antisemitische Schriften hätten auch zu den Gräueln der Nazis geführt. Fürst zweifelte an, ob die Debatte um den neuen Feiertag so ergebnisoffen geführt werde, wie die Landesregierung verspreche. Die Kritik am Reformationstag als neuen Feiertag teilt auch Guido Wiesner, Präsident des Humanistischen Verband Niedersachsen. In einem offenen Brief an Miniterpräsident Stephan Weil kritisiert Wiesner, dass bei der Diskussion über einen neuen Feiertag, die Humanisten nicht gehört wurden. „Dieses Vorgehen stellt eine Ungleichbehandlung gegenüber unserer Weltanschauungsgemeinschaft da“, schreibt Wiesner.

Um den neuen Feiertag soll es nun am Mittwoch, 7. Februar, beim HAZ-Forum gehen. Im Pressehaus an der August-Madsack-Straße diskutieren nicht nur Michael Fürst und Guido Wiesner. Zugesagt hat bereits Prälat Prof. Dr. Felix Bernard, Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen. Zudem wird auch Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, auf einen Vertreter der niedersächsischen Gewerkschaften treffen. Die Moderation übernimmt HAZ-Redakteur Conrad von Meding.

Beim Forum selbst sollen auch die Vorschläge der HAZ-Leser für einen neuen Feiertag früh gehört werden. In Leserbriefen wurden viele Alternativen zum Reformationstag formuliert. So schlug Manfred Kampe den Tag des Grundgesetzes als Feiertag vor. „Es ist ein Tag, an dem alle in unserem Land einen Grund haben zu feiern. Er gilt nicht für einen Einzelnen. Nein, er gilt für alle. Jede Religionsgemeinschaft und jede Partei“, schreibt Kampe über den favorisierten 23. Mai. HAZ-Leser Onno Tasler plädiert in einem weiteren Leserbrief für den 23. August, den neuen „Tag der Freiheit“. Das Europäische Parlament erklärte den Tag bereits zum „Europäischen Tag des Gedenkens an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus“. Gleichzeitig mahnt die Unesco mit dem „Internationalen Tag der Erinnerung an Sklavenhandel und dessen Abschaffung“ daran, wie brüchig und hart erkämpft Freiheit für viele Gruppen sei. „Beides sind Anlässe, derer ein demokratisches Gemeinwesen guten Gewissens gedenken darf“, schreibt HAZ-Leser Tasler.

Das HAZ-Forum im Pressehaus am 7. Februar beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird per Mail an hannover@haz.de mit dem Stichwort „HAZ-Forum“ gebeten. Per Mail an hannover@haz.de können HAZ-Leser auch schon jetzt Fragen einreichen. Auch bei Facebook oder Twitter können Sie Ihre Fragen vorab stellen. 

Von Jan Sedelies