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Aus der Stadt Neuer Prozess,
 neues Gericht,
 neue Vorwürfe
Hannover Aus der Stadt Neuer Prozess,
 neues Gericht,
 neue Vorwürfe
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21:49 20.10.2009
Von Sonja Fröhlich
Die Angeklagte Mechthild Bach. Quelle: Rainer Dröse

Damit wird die 59-Jährige in fünf weiteren Fällen der vorsätzlichen Tötung beschuldigt, das Schwurgericht hat die zweite Anklage kürzlich zugelassen. Damit stieg die Zahl der Bach zur Last gelegten Taten auf 13. Bachs Verteidiger Matthias Waldraff und Albrecht-Paul Wegener hatten der Staatsanwaltschaft mit der neuerlichen Anklageerhebung acht Wochen vor Prozessbeginn ein „unfaires und taktisch motiviertes“ Verhalten zulasten ihrer Mandantin vorgeworfen.

Die neuen Fälle: Die neuerlichen Vorwürfe sind ähnlich gelagert wie die aus der ersten Anklage. Es geht um Patienten der Langenhagener Paracelsusklinik, die die Internistin in den Jahren 2001 bis 2003 mit hohen Dosen Morphium oder Valium getötet haben soll. Laut Anklage starb daraufhin ein schwer kranker 83-Jähriger nach einem dreitägigen Klinikaufenthalt Ende Oktober 2002. Ein Jahr zuvor soll eine unter nicht kurierbarem Brustkrebs leidende Frau, 53 Jahre, aufgrund Bachs Behandlung verstorben sein. In einem anderen Fall soll ein herz- und nierenkranker 80-jähriger Patient die Medikation mit Morphium nicht überlebt haben, die ihm Bach im Juli 2002 verabreicht haben soll. Zu Bachs Opfern soll auch ein 57-Jähriger gehören, der an einem inoperablen Leberkrebs litt, und eine 63-jährige Frau mit Brustkrebs. Sie hatten sich im Januar beziehungsweise Juni 2003 in der Paracelsusklinik behandeln lassen. Die Anklage stützt sich weitgehend auf die Angaben des Gutachters Prof. Michael Zenz. Die Verteidiger haben auch für die weiteren fünf angeklagten Fälle Gegengutachten in Auftrag gegeben.

Die Prozessdauer: Am Dienstag um 9 Uhr beginnt der Prozess am Landgericht. Bach und die anderen Beteiligten müssen sich auf ein langwieriges Verfahren einstellen. Das Gericht hat zunächst 26 Verhandlungstage terminiert. Mit einem Urteil wird allerdings erst in zwei Jahren gerechnet. Bis dahin wird alle zwei Wochen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen verhandelt. Bei der Schwere und der Menge der Bach zur Last gelegten Taten wird das Schwurgericht vermutlich keinen abkürzenden Deal mit den Prozessbeteiligten anstrengen.

Das Gericht: Wolfgang Rosenbusch, der den Vorsitz der Schwurgerichtskammer erst Ende 2008 übernommen hat, gilt als sorgfältig bei der Vorbereitung und klar in der Verhandlungsführung – dies wird bei einem komplizierten Verfahren wie dem Bach-Fall als wesentlicher Vorteil gesehen. Für den neuerlichen Prozess hat Rosenbusch einen Ergänzungsrichter sowie zwei Ergänzungsschöffen benannt. Sie sind zunächst nicht mitspracheberechtigt, verfolgen den Prozess aber, sodass sie im Fall eines Ausfalls übernehmen können.

Die Nebenklage: Als einzige Nebenklägerin wird eine Tochter der 80-jährigen Huiberdina A. am Prozess teilnehmen. Ihre Mutter wurde bis zu ihrem Tod Anfang Februar 2003 gut fünf Wochen in der Paracelsusklinik behandelt. Dort soll Bach die schwer herz- und lungenkranke Patientin mit zwei Ampullen Morphium zu jeweils 20 Milligramm getötet haben. Nebenklage-anwältin Martina Zerling-Andersen wirft Bach vor, selbst im Fall von indirekter Sterbehilfe nicht die notwendigen Absprachen mit den Familienmitgliedern getroffen zu haben.

Die Ärztin und die Verteidigung: Mechthild Bach ist seit Juli 2003 mit einem Berufsverbot belegt. Die 59-Jährige hat eine Zusatzausbildung absolviert und in ihrem Haus in Bad Salzdetfurth eine private Praxis für „Präventologie“ eröffnet. Als Gesundheitsberaterin bietet die Ärztin dort „individuelle Konzepte“ zum vorbeugenden Schutz vor Volkskrankheiten wie Krebs an. Bach will sich im Vorfeld der Verhandlung nicht öffentlich äußern und hat alle Interviewanfragen abgelehnt. Die Auftritte vor den Kameras hat ihr Anwalt Waldraff übernommen. Möglicherweise aber wird sich Bach erstmals vor Gericht selbst zu den Vorwürfen erklären.

Schuldig oder nicht schuldig? Der Verdacht ist sechs Jahre alt; ein Verdacht, der Hunderte Akten füllt. Die Internistin Mechthild Bach soll getötet haben, „ohne Mörder zu sein“.

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