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Aus der Stadt Neues Fahrsicherheitstraining für Senioren
Hannover Aus der Stadt Neues Fahrsicherheitstraining für Senioren
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00:18 27.03.2015
Von Jörn Kießler
„Ich habe schon vor 15 Jahren am ersten Fahrsicherheitstraining teilgenommen“: Margrit Möhle am Dienstag auf dem ADAC-Gelände.
„Ich habe schon vor 15 Jahren am ersten Fahrsicherheitstraining teilgenommen“: Margrit Möhle am Dienstag auf dem ADAC-Gelände. Quelle: Michael Thomas
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Viele Menschen wollten im Alter weiterhin mobil sein, sagt Heiner Bartling, Präsident der Landesverkehrswacht. Dadurch, dass mit dem Alter oft auch physische Einschränkungen verbunden sind, ging lange Zeit die Befürchtung einher, dass die Sicherheit mit einer höheren Zahl autofahrender Senioren sinken könnte. „Ganz gewiss ist es gefährlich, mit eingeschränkter Sehfähigkeit, ungenügender Reaktionsfähigkeit und herabgesetzter Konzentrationsfähigkeit Auto zu fahren“, sagt Bartling - das gelte jedoch nicht für jedes Lebensalter und nicht für jeden Menschen.

Die Verkehrswacht Niedersachsen bietet ab April ein spezielles Fahrsicherheitstraining für Senioren an.

Margrit Möhle aus Sulingen würde das wohl unterschreiben. Die 77-Jährige ist trotz ihres Alters noch regelmäßig mit dem Auto unterwegs. Als die Verkehrswacht das neue Trainingskonzept, das sie gemeinsam mit dem Niedersächsischen Fahrlehrerverband, dem Niedersächsischen Verkehrs- und Innenministerium und der Polizei Niedersachsen entwickelt hatte, im vergangenen Jahr im Kreis Diepholz erprobte, meldete sie sich an. „Ich habe schon vor 15 Jahren an einem anderen Fahrsicherheitstraining teilgenommen“, erzählt Möhle: „Einfach um zu prüfen, ob ich noch mit dem Verkehr und dem Auto zurechtkomme.“

Genau auf diesen Aspekt konzentriert sich das neue Trainingsprogramm der Verkehrswacht. „Der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen Training und dem für Senioren sind minimal“, sagt Bernd Ackermann, Fahrsicherheitstrainer der Verkehrswacht. In den viereinhalb Stunden absolvieren die Teilnehmer, die älter als 65 Jahre sind, weniger Übungen als jüngere Teilnehmer. Dafür gehen die Trainer mehr auf alltägliche Probleme der Senioren ein. „Natürlich fahren wir auch einen Slalom und üben, wie man in Gefahrensituationen bremst“, erklärt Ackermann. „Aber es stehen auch Rangieren und Einparken auf dem Programm.“

Besonders begrüßten die Teilnehmer der Testtrainings gestern aber, dass auch auf ihre persönlichen Wünsche eingegangen wurde. „Es war zum Beispiel gut, dass einer der Trainer sich einfach mit uns ins Auto gesetzt hat und alle Bedienelemente mit uns besprochen hat“, sagt Klaus Gröne. Der 78-Jährige empfindet nicht nur die Ausstattung der modernen Autos als immer komplexer. „Mir macht mit dem Alter auch immer mehr zu schaffen, dass die Informationen, die ich beim Autofahren aufnehmen muss, mehr werden“, sagt Gröne. Um das zu trainieren, aber auch die Fahrleistung der Teilnehmer besser beurteilen zu können, besteht ein Teil des Fahrtrainings aus einer gemeinsamen Ausfahrt. Im realen Straßenverkehr beobachten der Fahrlehrer sowie die anderen Teilnehmer den Fahrer und notieren, wie dieser zurecht kommt.

„Wir wollen den älteren Menschen nicht, wie es lange Konsens waren, den Führerschein wegnehmen“, fasst Verkehrswacht-Präsiden Bartling das Konzept zusammen. „Wir wollen vielmehr, dass sich die Senioren ans Steuer setzen und sicher Auto fahren.“

Das Training bei der Verkehrswacht kostet 30 Euro und wird in ganz Niedersachsen angeboten. Aktuelle Termine und Anmeldung im Internet  oder unter Telefon (05 11) 35 77 26 80.

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