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Aus der Stadt Mitwohnzentralen fürchten um Existenz
Hannover Aus der Stadt Mitwohnzentralen fürchten um Existenz
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00:15 01.04.2015
Von Gunnar Menkens
Foto: Das neue Mietrecht bedroht das Geschäftsmodell von Mitwohnzentralen – auch in Hannover und Umland.
Das neue Mietrecht bedroht das Geschäftsmodell von Mitwohnzentralen – auch in Hannover und Umland. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Das neue Mietrecht gilt auch für die rund 1700 Eigentümer in Hannover und dem weiteren Umland, die über Agenturen wie die hannoversche Home-Company auf Zeit Wohnungen und Zimmer an auswärtige Gäste vermieten.

„Die Mietpreise werden deshalb um 10 bis 15 Prozent steigen, weil die Provisionen eingepreist werden“, schätzt Home-Company-Vermittler Alexander Petrovic. Das neue Gesetz gilt vom 1. Juni 2015 an.
Bisher bekamen die Agenturen für ihre Vermittlungsarbeit Provisionen vom Mieter, etwa eine Monatsmiete für einen Halbjahresvertrag. „Künftig stellen wir dem Vermieter eine Provisonsrechnung“, sagt Petrovic nach einer Verbandstagung am Wochenende in Hannover. Die Folgen dieser Umstellung seien schwer abzuschätzen, aber er vermute, dass etliche der Vermieter ihre Wohnungen von den Mitwohnzentralen abmelden könnten, um es auf eigene Faust auf dem Wohnungsmarkt zu versuchen.

Dies gelte besonders für Eigentümer, die keine Vermittlungsprämien zahlen wollten und zugleich kein Interesse hätten, höhere Mieten zu verlangen.

Die meisten Vermieter bei den Mitwohnzentralen, ehemals eine Erfindung des alternativen Milieus, seien private Eigentümer, heißt es beim Verband. Darunter seien viele, die ihre Immobilie als Altersvorsorge sehen und Einnahmen benötigten, um Zins und Tilgung zu bezahlen. „Eine Provision macht solch eine Planung zunichte“, sagt Petrovic. Er fürchte „eine Delle“ im Angebot auch in Hannover, denn es könne dauern, bis Vermieter merkten, dass das eigene Inserieren und Suchen nach Mietern Zeit und Geld koste. Weniger Vermittlungen bedeutet für die Agenturen aber weniger Arbeit. „Ich habe Angst, dass ich hier von sechs Mitarbeitern ein oder zwei entlassen muss.“ Kleinere Büros könnten sogar vor dem Aus stehen.

Bernd Haase 01.04.2015
30.03.2015
Simon Benne 01.04.2015