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Aus der Stadt Zwischen Poesie und Politik
Hannover Aus der Stadt Zwischen Poesie und Politik
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00:20 10.01.2015
Von Andreas Schinkel
2000 Neugierige erobern das Rathaus beim Neujahrsempfang von Oberbürgermeister Schostok.
2000 Neugierige erobern das Rathaus beim Neujahrsempfang von Oberbürgermeister Schostok. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Im vergangenen Jahr waren es noch 3500 Gäste, aber damals hatte der frisch gebackene OB auch zu einer großen Party geladen. Ein buntes Programm erwartete die Besucher. Die Ratsfraktionen gaben Einblicke in ihre Arbeit, bei einer Führung durch den Ratssaal konnten Besucher erleben, wie es sich anfühlt, im Ratsrund bohrende Fragen zu stellen und nach dem besten Argument zu suchen. Eine poetische Redeschlacht genossen die Gäste im Hodlersaal beim Poetry Slam.

Andrang herrschte wie immer an den Sekttheken. 700 gefüllte Gläser standen schon zu Beginn des Abends um 18 Uhr bereit, und die Feuerwehrblaskapelle empfing die Gäste mit dem Robbie-Williams-Song „Let me entertain you“ („Lasst mich euch unterhalten“). Mehrere Prominente waren unter den Gästen, etwa die SPD-Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf, der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Martin Prenzler, Regionspräsident Hauke Jagau und Propst Martin Tenge.

2000 Neugierige erobern das Neue Rathaus beim Neujahrsempfang von Oberbürgermeister Stefan Schostok.

Doch bei aller Lockerheit ließ Schostok in seiner Begrüßungsrede keinen Zweifel daran, dass Hannover sich jetzt am Anfang des Jahres neuen Herausforderungen gegenübersieht: Mehr Flüchtlinge müssen untergebracht und betreut werden, und die Stadt muss sich mit einer islamfeindlichen Demonstration am kommenden Montag auseinandersetzen. Pegida ist in Hannover angekommen.

Schostok machte keinen Hehl draus, was er von den Initiatoren der Demonstration hält. „Das, was ich bisher von den Verantwortlichen gehört habe, ist nicht aufklärend, nicht wertschätzend und nicht respektvoll gegenüber anderen Menschen“, sagte er. Sündenböcke werden gesucht, Ängste geschürt. In Hannover aber verfolge man einen anderen Weg. „Es gibt keine Themen, keine Sorgen und keine Ängste, die hier nicht angesprochen werden können“, sagte Schostok. Damit warb der OB zugleich für seinen Stadtdialog Hannover 2030, der ebenfalls die Diskussion für verschiedene Themen eröffne.

Schostok schloss seine Rede mit einem bemerkenswerten Appell: „Ich hoffe, dass ich Sie alle bei der Gegenkundgebung am Montagabend wiedersehe“, sagte er unter großem Applaus. Zugleich dankte der OB allen Bürgern, die Flüchtlinge im vergangenen Jahr willkommen hießen und ihre Hilfe anboten. „Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft“, sagte Schostok, und auch hier war ihm der Applaus sicher.

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