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Aus der Stadt Neun Jahre Gefängnis für Messer-Angriff am Steintor
Hannover Aus der Stadt Neun Jahre Gefängnis für Messer-Angriff am Steintor
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11:57 04.09.2012
Von Sonja Fröhlich
Angriff mit Heimtücke: Gökhan M. ist vom Landgericht Hannover wegen versuchten Mordes zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Quelle: Frank Wilde
Hannover

In ihm brodelt es. Mit starrem Blick folgt der Angeklagte dem Urteilsspruch, immer wieder schüttelt er fassungslos den Kopf. Das Schwurgericht Hannover hat den 28-jährige Gökhan M. am Montag wegen einer beinahe tödlichen Messerattacke im Steintorviertel zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter sprachen von einem heimtückischen Angriff, den sie somit als versuchten Mord werteten; mit dem Strafmaß liegen sie ein Jahr über der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte habe noch Glück, dass die Kammer die für die Tat in Betracht kommende lebenslange Freiheitsstrafe abgemildert habe, sagte der Vorsitzende Wolfgang Rosenbusch. „Der Stich ging präzise ins Herz“, stellte er fest. Fast wäre es also um vollendeten Mord gegangen.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte sich M. im Steintorklub „Havanna“ über sein späteres Opfer, den 27-jährigen Lars H., und dessen Freund geärgert - vermutlich wegen einer Lappalie. Die Opfer waren betrunken und erinnern sich nicht an die Umstände des Geschehens. Die Richter folgten den Aussagen von zwei Türstehern, die die Kontrahenten nach einem Disput aus dem Klub verwiesen hatten, und den Angaben eines Besuchers, der die Tat aus der Nähe beobachtete. Ihm zufolge befanden sich Lars H. und dessen Freund bereits auf dem Heimweg, als der Angeklagte ihnen hinterherlief, H. herumriss und ihm das Messer in die Brust stieß. Für den 27-Jährigen sei der Angriff in keinster Weise vorhersehbar gewesen, sagte Richter Rosenbusch: „Er war völlig wehrlos.“ Vermutlich nur durch die schnelle Hilfe einer Polizeistreife konnte sein Leben gerettet werden. Allerdings wird er wohl nie wieder in seinem Beruf als Maurer arbeiten können.

Freunde und Angehörige des Opfers sowie des Täters füllten gestern den Zuschauerraum des Gerichtssaals; die des bodenständig wirkenden Maurers auf der einen Seite, die des angeklagten Immobilienkaufmanns auf der anderen. Die Kontrahenten kannten einander nicht, es gab keine Rivalitäten. Die Frage nach dem Motiv blieb bis zum Schluss unbeantwortet. M. hatte die Tat zwar gestanden. Allerdings habe er die Schuld bei anderen gesucht, etwa indem er angab, von seinem Opfer und dessen Freund provoziert worden zu sein, sagte der Richter. „Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass die Freunde Streit suchten“, führte Rosenbusch in seiner 40-minütigen Urteilsbegründung aus. Vielleicht hatten die Freunde Gökhan M. im Gedränge versehentlich angerempelt oder dessen Gesprächpartnerin zu lange angelächelt, wie diese ausgesagt hatte. Der Angeklagte selbst hatte erklärt, in der Tatnacht im Februar in labilem Zustand gewesen zu sein, weil erst seine Ehefrau und dann seine Freundin sich von ihm getrennt hatten. Er habe Alkohol und Kokain konsumiert und keine Kontrolle mehr über sich gehabt. Das Gericht schloss aber unter Berufung auf das psychiatrische Gutachten aus, dass die Tat im Rauschzustand passiert war. Der Richter sagte zum Angeklagten: „Sie waren völlig orientiert und wussten, was Sie taten.“

Wie unbeherrscht er sein kann, bewies M. auch während des Prozesses, als er einem Belastungszeugen drohte. Auch nach der Urteilsverkündung beschimpft er die Kammer.

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