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Aus der Stadt Niedersachsen sucht den Plattdeutsch-Star
Hannover Aus der Stadt Niedersachsen sucht den Plattdeutsch-Star
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16:15 10.01.2011
Singt auf Plattdeutsch: Die Tüdelband.
Singt auf Plattdeutsch: Die Tüdelband. Quelle: dpa
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Mit dem Bandwettbewerb „Plattsounds“ sollen Nachwuchs-Musiker für die niederdeutsche Sprache begeistert werden. Noch sprechen 2,6 Millionen Menschen in Norddeutschland Platt, vor 25 Jahren waren es allerdings doppelt so viele. „Sprache kann ganz schnell verloren gehen“, sagte Niedersachsens Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) am Montag in Hannover.„Wir befürchten zwar nicht, dass die niederdeutsche Sprache ausstirbt. Wir müssen aber etwas dafür tun, dass junge Leute sagen, Plattdeutsch ist cool.“

Zum Auftakt des Wettbewerbs spielte die Hamburger „Tüdelband“ im Ministerium, eine junge Rockband, die seit zweieinhalb Jahren ihre Texte im Dialekt schreibt. „Es macht einfach tierisch Spaß, auf Plattdeutsch zu singen“, sagte Frontfrau Mire Buthmann (24). „Die Sprache liegt mir näher als zum Beispiel Englisch.“ Die „Tüdelband“ zeige, wie modern und aussagekräftig die niederdeutsche Sprache sei, sagte der Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft, Michael Brandt. Ein Lied heißt beispielsweise „Uwe steiht up Jungs“.

Die vier Mitglieder der „Tüdelband“ sind dabei, Plattdeutsch zu lernen. „Meine Großeltern haben es gesprochen, aber ich konnte es früher nur verstehen“, erzählte Mire Buthmann. Das Publikum der Band sei bunt gemischt: Ältere, die wegen der Sprache kommen, und Junge, die bisher nie etwas mit Plattdeutsch zu tun hatten. „Die meisten Älteren finden es toll, dass wir auf Platt singen und sind nachsichtig, wenn wir noch Fehler machen“, berichtete die Sängerin.

Bei dem Song Contest „Plattsounds“ können sich auch Bands mit Texten auf Hochdeutsch, Englisch oder in anderen Sprache bewerben. Die Organisatoren um Thorsten Böhrnsen helfen beim Übersetzen ins Niederdeutsche. „Wi nehmt allens. Ok Hoochdüütsch“, sagte Böhrnsen. „Wir nehmen alles - auch Hochdeutsch.“ Bewerbungsschluss ist der 31. August.

Die Organisatoren haben zudem eine Internetplattform (www.plattsounds.de) eingerichtet, wo sich die Amateurmusiker im Alter von 15 bis 30 Jahren mit ihren Audio- und Videopodcasts vorstellen sollen. Die vom Publikum und einer Jury ausgewählten besten Bands treten dann beim Abschlussfestival am 8. Oktober in Oldenburg auf. Dann wird auch die beste plattdeutsche Nachwuchs-Gruppe gekürt.

dpa