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Aus der Stadt Noch ein Vorschlag für die D-Linie
Hannover Aus der Stadt Noch ein Vorschlag für die D-Linie
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21:41 14.09.2011
Von Bernd Haase
Klaus Scheelhaase, als langjähriger Leiter des früheren städtischen U-Bahn-Bauamtes profunder Kenner des Stadtbahnnetzes, hat die Debatte um die sogenannte D-Linie um einen weiteren Vorschlag bereichert.
Klaus Scheelhaase, als langjähriger Leiter des früheren städtischen U-Bahn-Bauamtes profunder Kenner des Stadtbahnnetzes, hat die Debatte um die sogenannte D-Linie um einen weiteren Vorschlag bereichert. Quelle: Burkert (Symbolfoto)
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Hannover

Demnach könnte die Linie 10, die derzeit als einzige durchgängig oberirdische Verbindung von Ahlem über Linden zum Aegi durch die Stadt fährt, künftig in der Calenberger Neustadt vom Goetheplatz zur Humboldtstraße abbiegen. Von dort aus würde sie die Tunnelstrecke der Linie 9 nutzen und über die Stationen Waterloo, Markthalle und Kröpcke den Hauptbahnhof erreichen. Eine mögliche Variante sei, die Bahnen öfter als bisher und dann wechselweise durch den Tunnel und auf der bisherigen Strecke fahren zu lassen. „Beides ist angesichts leerer öffentlicher Kassen wirtschaftlich und sofort umsetzbar“, sagt Scheelhaase.

An keiner Stadtbahnstrecke ist in der Vergangenheit derart herumgedoktert worden wie an der D-Linie. Sie ist derzeit nur in Ansätzen behindertengerecht und muss sich in der Innenstadt durch den auch von Autos, Radfahrern und Fußgängern stark frequentierten Bereich zwischen Steintor und Ernst-August-Platz quälen. Die von der Üstra favorisierte Variante eines neuen Tunnels zwischen Goetheplatz und Hauptbahnhof hat die für den Nahverkehr zuständige Region aus Kostengründen abgelehnt.

Sie lässt stattdessen untersuchen, ob die Bahnstrecke mit Hochbahnsteigen ausgerüstet und in der City vor dem Ernst-August-Platz Richtung Raschplatz abbiegen oder ob sie mit sogenannten Niederflurbahnen ausgerüstet werden soll. Letzteres würde bedeuten, dass Hannover ein zusätzliches Bahnsystem bekommt. Das Ergebnis der Untersuchungen wird nun laut Verkehrsdezernent Ulf-Birger Franz zum Jahresende erwartet. Ursprünglich sollte es noch vor der Kommunalwahl erscheinen.

Scheelhaases Vorschlag ist insofern nicht ganz neu, als dass die Linie 10 jetzt schon teilweise so fährt wie von ihm beschrieben – im frühmorgendlichen Stoßverkehr und im Nachtsternverkehr beispielsweise. Bei der Üstra hegt man dem Vernehmen nach Sympathien für die Variante des Ingenieurs, hält sich aber angesichts der politischen Brisanz mit Äußerungen zurück. „Betrieblich wäre das machbar“, sagt Sprecher Udo Iwannek lediglich.

Regionsdezernent Franz lehnt Scheelhaases Vorschlag ab. Eine Erneuerung der oberirdischen Strecke sei wichtig, Zuschüsse des Landes stünden in Aussicht. Unter den Parteien hatten in den Wahlprogrammen lediglich die Grünen und die Linke klar Stellung bezogen – beide für die Niederflurbahn.

Bernd Haase