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Aus der Stadt Noch immer kein Hinweis auf NS-Zeit
Hannover Aus der Stadt Noch immer kein Hinweis auf NS-Zeit
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20:50 21.02.2010
Von Andreas Schinkel
„Verzerrung der Geschichte“: Eine historische Einordnung der Entstehung des Maschsees und des Fackelträgers fehlt an der Infotafel. Quelle: Steiner

So müssen Besucher mit der Originalinschrift vorlieb nehmen, die mit markigen Worten den „Willen zum Aufbau“ beschwört.

Nur ein paar Schritte weiter wird es nicht besser. Zwar hat die Stadt vor zwei Jahren neben dem Kiosk eine breite Schautafel installiert, die Touristen über die Geschichte des Maschsees informieren soll. Doch mit keinem Wort erwähnt der Text die Nazi-Vergangenheit des Maschsees, ja der sogenannte Reichsarbeitsdienst wird wie eine moderne Arbeitsbeschaffungsmaßnahme dargestellt. „Das ist eine unglaubliche Verzerrung der Geschichte“, wettert der Bürgermeister des Bezirks Südstadt-Bult, Lothar Pollähne (SPD). Er erwartet, dass die Stadt ihren Text im Schaukasten schnellstmöglich ändert und endlich eine Erläuterungstafel am Fackelträger befestigt.

Die Verwaltung gibt sich indes gelassen. Man arbeite derzeit an einer sogenannten Thementafel für das Südufer, auf der die Geschichte und die nationalsozialistischen Kunstwerke rund um den See, etwa das Menschenpaar und die Löwenbastion, erklärt werden. In diesem Zusammenhang soll der Text auf der Tafel am Nordufer „noch einmal abgeglichen werden“, sagt Stadtsprecherin Konstanze Kalmus. Doch wann diese Schilder angebracht werden, ist unklar. „Irgendwann in diesem Jahr“, meint Kalmus.

Der Streit um eine angemessene Geschichtsschreibung des Maschsees entbrannte im Winter 2008. Damals hatte die Stadt schon alles vorbereitet, um ein Erläuterungsschild am Fackelträger feierlich zu enthüllen. Doch der Bezirksrat Südstadt-Bult pfiff die Verwaltung im letzten Moment zurück, zu unkritisch sei der Text, die englische Übersetzung gar zu kompliziert. Die Behörde sollte eine neue Version ausarbeiten, ja weitere Tafeln zur Kommentierung aller NS-Kunstwerke rund um den Maschsee anfertigen. Darauf warten Bürger und Politiker bis heute.

So bietet sich historisch interessierten Besuchern Hannovers bis auf Weiteres folgendes Bild am Nordufer: Zunächst lesen sie auf der offiziellen Geschichtstafel der Stadt, dass es bereits im 19. Jahrhundert Pläne gab, die feuchten Maschwiesen in eine Parklandschaft zu verwandeln. Nach Verzögerungen in den zwanziger Jahren konnte das Projekt Maschsee am 21. März 1934 „endlich“ gestartet werden. „Fast 2000 Arbeitslose erhielten bei der Ausschachtung Arbeit.“ Zwei Jahre später „wurde der künstliche See mit einer großen Feier eingeweiht.“ Kein Wort von der Zwangsverpflichtung von Arbeitslosen, von der schlecht bezahlten, knüppelharten Schufterei, bei der bewusst auf Maschinen verzichtet wurde. „Ungeschickt“, nennt Manfred von Boetticher, Leiter des Hauptstaatsarchivs, den Text. Solche Interpretationen habe es in den fünfziger Jahren zuhauf gegeben. Wenigstens ein einschränkender Satz, der auf die propagandistische Ausschlachtung des Maschseebaus hinweist, hätte sich nach Ansicht von Boettichers im Text finden müssen. Die Historikerin Helga Schatz bezeichnet die Zeilen der Stadt sogar als „Nivellierung des Nationalsozialismus“. Und das, so kritisiert sie, an einem Ort zwischen Sprengel Museum und Maschsee, der wie kaum ein zweiter Touristen anzieht.

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