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Aus der Stadt Software für Notfallversorgung zu teuer?
Hannover Aus der Stadt Software für Notfallversorgung zu teuer?
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00:18 05.11.2015
Von Mathias Klein
Ein Softwaresystem für einen Überblick über die Belegung von Krankenhausbetten ist teuer. Quelle: dpa/Archiv
Hannover

Es geht um insgesamt rund 85.000 Euro pro Jahr. Auf diese Summe schätzen Experten die Gebühr für eine Computersoftware namens Ivena. Mit dem System Ivena soll die Belegung und die Kapazität der einzelnen Kliniken jederzeit überprüft werden können. Die einzelnen Kliniken melden direkt in das System, in welcher Notaufnahme Betten frei sind oder wo die Spezialgeräte, zum Beispiel wegen Wartungsarbeiten, derzeit nicht verfügbar sind. Anschließend können die Fahrer von Rettungswagen oder die Notärzte auf einen Blick im Internet sehen, welche Notaufnahme angefahren werden kann. Mit Ivena gibt es sogar für Patienten die Möglichkeit, sich im Internet darüber zu informieren, ob in Notaufnahmen einzelner Kliniken Betten frei sind.

Eigentlich war der Start des Systems in der Region bereits für den vergangenen Juni geplant. Wegen der unklaren Finanzierung ist es offen, wann die Computersoftware installiert werden kann. Zunächst war vorgesehen, dass die Finanzierung der Software von den einzelnen Krankenhäusern übernommen wird. Das hätte pro Klinik rund 500 bis 600 Euro pro Monat bedeutet - ein vertretbarer Aufwand, zumal es um das Wohl der Patienten geht, hieß es aus Krankenhäusern.

Vor Kurzem gab es dann die Idee, die Kosten für das Computersystem an die Region zu übertragen. Der Gedanke kam von Ernesto Nebot Pomar, der zum einen das Regionsklinikum in der für die Software zuständigen Arbeitsgruppe vertritt und für die SPD in der Regionsversammlung sitzt. Unklar ist, wie lange es jetzt dauert, bis das Geld zur Verfügung steht.

Die Versorgung von Notfallpatienten ist nirgendwo so schlecht wie in Hannover. Das hatte vor Kurzem Landesgesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion mitgeteilt. Wie berichtet, sind viele der internistischen und neurologischen Stationen der Kliniken in Hannover mehr als die Hälfte des Jahres abgemeldet und damit nicht in der Lage, Notfallpatienten auf den Stationen aufzunehmen.

Die Abmeldungen der Stationen können erhebliche Auswirkungen auf Verletzte zum Beispiel bei Unfällen haben: Weil die Rettungswagen mit den Notfallpatienten wegen der Abmeldungen häufig mehrere Kliniken anfahren müssen, verlieren sie Zeit, um rechtzeitig beim nächsten Einsatz zu sein. Das Computersystem soll für eine erhebliche Verbesserung sorgen.

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