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Aus der Stadt OB-Kandidaten: Mietspiegel aussetzen
Hannover Aus der Stadt OB-Kandidaten: Mietspiegel aussetzen
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21:11 21.08.2013
Von Veronika Thomas
Im Saal, nicht auf der Bühne: Podiumsteilnehmer Klaus Dickneite, Lothar Schlieckau, Matthias Waldraff, HAZ-Moderator Jan Sedelies, Monika Stadtmüller, Stefan Schostok und Maren Kaminski (v. li.). Quelle: Michael Wallmueller
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Hannover

„Vermieter nutzen ihn, um die Mieten bei Wohnungswechseln nach oben hin anzupassen“, sagte die Vertreterin der Linkspartei. SPD-Kandidat Stefan Schostok bestätigte, dass es hier Unwuchten gebe, über die zu reden sei.

Rund 170 Senioren verfolgten die Diskussionsveranstaltung am Mittwoch im Freizeitheim Vahrenwald, bei der die vier OB-Kandidaten zu den Themen Wohnen, Pflege und Inklusion befragt wurden. Im Hinblick auf bezahlbaren Wohnraum auch für Ältere konnten Schostok und Lothar Schliekau (Grüne) punkten: SPD und Grüne haben bereits ein Wohnbauförderungsprogramm für 25 Millionen verabschiedet, wovon sechs Jahre lang jährlich 100 preiswerte Wohnungen erstellt werden sollen. Was aber nicht reichen wird, um die Wohnungsknappheit zu beheben, wie alle Kandidaten einräumten. Matthias Waldraff (CDU) forderte darüber hinaus, Stadt und Region sollten vorerst auf alle Erhöhungen verzichten, die die Nebenkosten treiben, etwa für Energie und Müllabfuhr.

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Laut Monika Stadtmüller, Vorsitzende des Seniorenbeirats, gibt es stadtweit einen Überhang von 1000 stationären Pflegeplätzen. Das belaste Bewohner und Personal enorm. Andererseits fehle Pflegepersonal. Die vorgeschlagenen Lösungen der OB-Anwärter reichten vom Aushandeln besserer Pflegesätze für Niedersachsens Heime, um Pflegekräfte besser bezahlen zu können (Schlieckau), über die Einrichtung einer Pflegeakademie zur Nachwuchsgewinnung (Waldraff) bis hin zu einer verbesserten Stadtentwicklungsplanung, um Ältere in ihrem Stadtteil zu versorgen (Schostok). „Was fehlt, ist eine kommunale Pflegebedarfsplanung“, schob der Kandidat der SPD nach.

Dass Inklusion mehr bedeutet als behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam zur Schule zu schicken, darüber waren sich alle Kandidaten einig. „Der Prozess der Inklusion wird viele Jahre in Anspruch nehmen“, meinte Schlieckau.

Selbst das Thema Barrierefreiheit, seit Jahren ein wichtiges Anliegen der Stadt, bietet ständig Anlass zur Kritik. Auch am Mittwoch: Weil die Bühne des Freizeitheims Vahrenwald für Rollstuhlfahrer schlicht unerreichbar ist, musste das Podium verlegt werden. Dann konnte auch der stellvertretende Vorsitzende des Seniorenbeirats und Rollstuhlfahrer Klaus Dickneite an der Veranstaltung teilnehmen. „Mich wundert, dass das noch niemandem aufgefallen ist“, staunte Schostok. Er will sich nun darum kümmern.

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