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Aus der Stadt Ein Kaffee und ein warmes Plätzchen
Hannover Aus der Stadt Ein Kaffee und ein warmes Plätzchen
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20:51 05.12.2014
Cord Kelle kocht zweimal pro Woche für die Ökumenische Essensausgabe. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Es wird kalt draußen - für Obdachlose bedeutet das eine besonders harte Zeit. Seit Anfang dieser Woche bis voraussichtlich Mitte März teilen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Ökumenischen Essensausgabe daher wieder warme Mahlzeiten aus. In der mittlerweile 26. Saison rechnen die Organisatoren damit, insgesamt mehr als 14.000 Portionen zu verteilen. „Es geht hier um ein gutes Miteinander, jeder ist willkommen und wird nicht nach seiner derzeitigen Situation ausgefragt“, sagt Pfarrer Johannes Lim. Es sei eben nicht nur ein Ort, um den Hunger zu stillen, sondern auch ein Platz zum Aufwärmen, zum Ratsuchen und um soziale Kontakte zu knüpfen. 90 Sitzplätze sind in den Räumen des Caritas-Verbandes am Leibnizufer 13-15 vorhanden, durchschnittlich 143 Bedürftige suchten diese im vergangenen Jahr täglich auf. An frostigen Tagen, wie beim erneuten Kälteeinbruch im Februar, kamen an einem Tag sogar 250 hungrige Besucher.

„Der Zustand, in dem die Leute zu uns kommen, wird immer elendiger“, erklärt Gottfried Schöne, Leiter der Zentralen Beratungsstelle für Personen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten.

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Im letzten Jahr gab es vermehrt Auseinandersetzungen unter den Bedürftigen, wechselseitige Ressentiments waren nach Angaben der Organisatoren die Ursache. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter haben deshalb ein Deeskalationstraining absolviert, um die oft schwierigen Situationen künftig ohne Hilfe der Polizei zu bewältigen.

Die Mahlzeiten werden in der Zentralküche des Friederikenstifts gekocht, außerdem unterstützt der Gastronom Cord Kelle über seinen Verein Kochen für Obdachlose die Essensausgabe an zwei bis drei Tagen die Woche. Der Besitzer des Restaurants Jägerhof in Langenhagen-Krähenwinkel engagiert sich seit vier Jahren für die Essensausgabe, dieses Jahr rechnet er mit 6500 Portionen. Wie die Essensausgabe ist aber auch er auf Spenden angewiesen.

So können am nächstem Sonnabend ab 14 Uhr die Wollteile, die im Oktober als Kunstinstallation von Mansha Friedrich die Kuppel von St. Clemens zierten und inzwischen zu Schals und Decken verarbeitet sind, im Tagungshaus der Kirche gekauft werden. Der Erlös kommt der Essensausgabe zugute.

Von Katharina Derlin

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