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Aus der Stadt Obdachlosenunterkünfte kosten zwei Millionen
Hannover Aus der Stadt Obdachlosenunterkünfte kosten zwei Millionen
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21:46 20.02.2012
Von Veronika Thomas
Foto: Ein Obdachloser übernachtet am Kröpcke.
Ein Obdachloser übernachtet am Kröpcke. Quelle: dpa
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Hannover

Die Kosten lägen noch um gut 714.000 Euro höher, wenn die Betroffenen keinen Eigenanteil zahlen würden. Im kommenden Jahr werden – inklusive einer möglichen Tariferhöhung für städtische Beschäftigte – rund 2,169 Millionen Euro nötig sein, um Wohnungslose im Stadtgebiet unterzubringen. Im Sozialausschuss stimmten die Mitglieder am Montag einstimmig der entsprechenden Satzung zur Gebührenerhebung für die Benutzung von Obdachlosenunterkünften zu.

Stadtweit stehen 298 Plätze in fünf Wohnheimen zur Verfügung, wo obdachlose Männer und Frauen getrennt untergebracht werden. Nur in einer Unterkunft am Burgweg gibt es mehrere Plätze für obdachlose Paare. Zudem sind 142 Wohnungen für Familien in unterschiedlicher Größe verfügbar. Je nach Gebäudeart zahlen Wohnungslose zwischen 3,55 und 5,30 Euro pro Bett und Nacht in einer Gemeinschaftsunterkunft. Für eine Wohnung mit Bad (ohne Heizung) muss ein Quadratmeterpreis von 3,60 Euro monatlich gezahlt werden, samt Heizung summiert sich der Quadratmeterpreis auf eine Spanne zwischen 4,95 und 5,70 Euro.

Die Auslastung der Unterkünfte liegt bei durchschnittlich 75 Prozent, weil die Räume nach dem Auszug der Bewohner renoviert werden müssen und während dieser Zeit nicht vermietet werden können. Außerdem muss die Stadt einige Unterkünfte für Notfälle bereithalten, vor allem während der kalten Jahreszeit. Mit rund 1,93 Millionen Euro schlagen allein in diesem Jahr die Personal- und Betreuungskosten für 28 Mitarbeiter zu Buche – in der Verwaltung wie in den Unterkünften, wo die Betroffenen betreut werden.

Auf eine Anhebung der Nutzungsgebühren für die Unterkünfte will die Stadt zunächst verzichten, weil dies die „Ärmsten der Armen“ betreffen würde, wie ein Mitarbeiter der Verwaltung im Ausschuss ausführte. Mit einem Anstieg der Wohnungslosenzahlen rechnet die Stadt in den nächsten Jahren nicht, allerdings auch nicht mit einem Rückgang.   

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