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Aus der Stadt Schostoks Mitbewerber sehen sich im Nachteil
Hannover Aus der Stadt Schostoks Mitbewerber sehen sich im Nachteil
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00:15 07.06.2013
Von Gunnar Menkens
Im Vorteil? Stefan Schostok ist längst Wahlkämpfer von Beruf. Quelle: dpa
Hannover

Ein harter Ritt würde diese Kandidatur werden, körperlich so anstrengend wie psychisch. Damit hatte der Neueinsteiger Matthias Waldraff gerechnet, ehe er sein Anwaltsgeschäft zusätzlich mit der Aufgabe beschwerte, für die CDU als Kandidat in den Oberbürgermeister-Wahlkampf zu ziehen. Nach drei Monaten berichtet der Polit-Novize allerdings von einem unerwarteten Problem: mangelnde Zeit. „Es ist schwierig, in der Kürze Positionen differenziert darzulegen“, sagt Waldraff. Im Gerichtssaal ist das anders, kein Moderator guckt dort wie bei Podiumsdiskussionen auf die Uhr, um auch Konkurrenten zu Wort kommen zu lassen. Waldraff sagt, er trainiere jetzt prägnante Aussagen.

Zeit spielt im Verhältnis der drei OB-Kandidaten untereinander ohnehin eine wichtige Rolle. Waldraff ist Anwalt mit eigener Kanzlei und der Möglichkeit, sich für die Politik täglich einige Stunden freizunehmen. Lothar Schlieckau (Grüne) kümmert sich als Verwaltungsangestellter ganztags um die Psychiatrie der Region Hannover, für seinen Wahlkampf nimmt er Urlaub. Sozialdemokrat Stefan Schostok hingegen, derzeit ohne Job, konzentriert sich beruflich auf die Abstimmung am 22. September. Seit der Politiker im Februar aus dem Landtag ausgeschieden ist, macht er nichts als Wahlkampf.

Finanziert wird dies aus der Landeskasse – was seine Konkurrenten zu spitzen Bemerkungen über den Zusammenhang zwischen Zeit und Geld veranlasst. „Ich habe nicht das Glück, auf Staatskosten eine Tätigkeit auszuüben“, stichelt Waldraff, der seine Kanzlei erst in den letzten zwei Wahlkampfmonaten zumachen will. Schlieckau verfolgt im Internet, wo die Konkurrenz so aufläuft. Die häufigen Termine des Sozialdemokraten sind ihm aufgefallen: „Das ist schon ein Wettbewerbsvorteil, wenn Schostok seit eineinhalb Jahren in der Stadt unterwegs ist.“ Was der Grüne meint: Seit Dezember 2011 war faktisch klar, dass die SPD Schostok zum OB-Kandidaten wählt. Schlieckau selbst überlegt, „ob ich am Ende meines Wahlkampfes unbezahlten Urlaub nehme“. Es wären Tage im September, wenn es darum geht, die unentschiedenen Wähler zu gewinnen. Zu laut wollen weder Waldraff noch Schlieckau den unterstellten Vorteil des Kontrahenten betonen. Der Anwalt sagt, Schostoks Zeitvorteil sei ein „glücklicher Umstand“ für den SPD-Mann und für ihn selbst kein Nachteil. Er ist täglich auf „zwei bis drei Terminen“ in der Stadt.

Auch Schlieckau will sich nicht beklagen. Von Schostoks Engagement in Hannover hieß es seit seiner Nominierung immer wieder, dass Kandidat und Partei sich beste Bedingungen für den Oberbürgermeister-Wettbewerb organisiert hätten. Schostok war bis zur Landtagswahl im Januar Fraktionschef der SPD und nutzte schon den Landtagswahlkampf, um auf seine OB-Kandidatur aufmerksam zu machen. Mit Beginn der neuen Legislaturperiode steht ihm von März bis einschließlich September Übergangsgeld zu. So ist es im Abgeordnetengesetz geregelt. Für Schostok bedeutet dies, dass er 6108 Euro brutto pro Monat bekommt. Der Sozialdemokrat findet das nicht problematisch. „Ich habe mich entschieden, ohne Netz und doppelten Boden die OB-Kandidatur einzugehen, und mein Landtagsmandat konsequenterweise aufgegeben.“ Er nehme das Übergangsgeld in Anspruch, wie es jedem Abgeordneten zustehe. Den Angriff seines CDU-Kontrahenten halte er „für unseriös und an den Haaren herbeigezogen“.

Dass der SPD-Bewerber deutlich mehr Zeit bei Verbänden und Vereinen, in Unternehmen und Stadtteilen verbringen konnte, haben die gegnerischen Parteien zum Teil auch selbst zu verantworten. Sowohl Matthias Waldraff als auch Lothar Schlieckau sind erst spät aufgestellt worden. Schostok erinnert daran, seinerseits spitz im Ton: „Jeder andere Kandidat hätte ebenso viel Zeit für Hannover investieren können.“

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Im Wettstreit um den Chefposten im hannoverschen Rathaus versuchen die Kandidaten spürbar, Kontur zu gewinnen. Erstmals stellt sich jetzt der Oberbürgermeisterkandidat der Grünen, Lothar Schlieckau, gegen seinen sozialdemokratischen Konkurrenten Stefan Schostok. „Mit mir wird es kein zusätzliches Geld für die Straßensanierung geben“, sagt Schlieckau im Gespräch mit der HAZ – eine Replik auf eine Forderung Schostoks.

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