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Aus der Stadt Obszönes Gestöhne kostet Frau die Wohnung
Hannover Aus der Stadt Obszönes Gestöhne kostet Frau die Wohnung
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00:19 20.03.2015
Von Jörn Kießler
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Weil Katharina H. sich immer wieder lautstark mit ihrem Freund gestritten habe und während des Geschlechtsverkehrs im ganzen Haus zu hören gewesen sein soll, hat die Wohnungsgenossenschaft Kleefeld-Buchholz eine Räumungsklage gegen die 22-Jährige angestrengt. Vor dem Amtsgericht einigten sich die beiden Parteien am Dienstag darauf, dass H. bis Ende Oktober Zeit hat, aus der Wohnung auszuziehen. Dem Wunsch der schwangeren Frau, ihr eine andere Wohnung aus ihrem Bestand zu vermitteln, wollte die Genossenschaft jedoch nicht nachkommen.

Das Unternehmen war vor Gericht gezogen, um die sofortige Kündigung der 22-Jährigen zu erwirken. Sie soll im vergangenen Jahr immer wieder übermäßigen Lärm in ihrer Wohnung in dem Mehrfamilienhaus in der List verursacht und dadurch die anderen Bewohner belästigt haben. Auch nach mehrere Aufforderungen, sich ruhiger zu verhalten, und sogar Abmahnungen soll sich ihr Verhalten nicht geändert haben.

„Der Lärm kam nicht aus meiner Wohnung“, sagt hingegen die Beklagte Katharina H. Sie sei vielmehr der Meinung, dass die Nachbarin, die die andere Wohnung auf dem Stockwerk in dem Haus an der Corinthstraße bewohnt, ihr schaden wolle. „Ich komme mit allen anderen Bewohnern in dem Haus einigermaßen gut aus“, sagte H. „Aber als Frau S. hier einzog, hatte ich von Anfang an den Eindruck, dass sie mich nicht mochte.“

Mieterin fertigte Lärmprotokoll an

Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte sich Katja S. erstmals über ihre Nachbarin beschwert. Sie habe aus der Wohnung lautes Geschrei, Gepolter, Türenschlagen und Heulen gehört. Kurz darauf sei obszönes Gestöhne und Geschrei beim Geschlechtsakt zu hören gewesen, berichtete Rechtsanwältin Rita Fehlig-Eberhard, die die Wohnungsgenossenschaft vertritt. Das Schauspiel soll sich fast täglich wiederholt haben, teilweise in einer solchen Lautstärke, dass sogar Nachbarn aus dem Nebenhaus sich beschwerten und die Polizei riefen. S. fertigte daraufhin ein detailliertes Lärmprotokoll an, dass sie der Hausverwaltung übergab.

Dass es Lärm gab, bestritt H. indes überhaupt nicht. Der sei aber aus einer anderen Wohnung gekommen. „Ich habe damals allein in meiner Wohnung gewohnt und hatte somit niemanden, mit dem ich mich hätte streiten können“, erklärte die 22-Jährige. „Und selbst wenn, wäre ich sicher nicht sofort danach mit ihm ins Bett gestiegen.“

Dennoch ging die Beklagte auf die Einigung ein. Im August erwarte sie ein Kind und wolle spätestens nach der Geburt mit dessen Vater gemeinsam in eine größere Wohnung ziehen. Bis zum 31. Oktober hat nun dafür Zeit. Die Prozesskosten über den Streitwert, den das Gericht mit 3408 Euro bezifferte, teilen sich beide Parteien.

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