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Aus der Stadt Segen im Regen
Hannover Aus der Stadt Segen im Regen
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20:56 25.05.2015
Von Saskia Döhner
Viele Besucher des ökumenischen Pfingstgottesdienstes hatten sich wetterfest zurechtgemacht. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Erzbischof Nikola Eterovic ist viel herumgekommen in der Welt. Im diplomatischen Dienst des Papstes arbeitete er in den Nuntiaturen in der Elfenbeinküste, in Spanien und Nicaragua, war apostolischer Nuntius (sprich: Botschafter des Vatikans) in der Ukraine und wurde von Papst Franziskus vor zwei Jahren in dieser Funktion nach Deutschland geschickt. Dass so ein Würdenträger in einer Kirche in der Nordstadt an der Pfingstmesse teilnimmt und den Segen des Papstes überbringt, kommt auch nicht alle Tage vor. Die Gemeinde St. Maria, die 125 Jahre alt geworden ist und am Sonntag nach der heiligen Messe ein Gemeindefest feierte, durfte Eterovic begrüßen. „Wir fühlen uns geehrt“, sagt Marcus Breuckmann, der im Katholischen Internationalen Zentrum in Hannover als Koordinator fungiert.

Segen statt Regen: Trotz des nassen Wetters kamen Hunderte Christen am Pfingstmontag auf den Stephansplatz, um gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern.

Als nach dem Zweiten WeltkriegSt. Maria war bis auf den unteren Teil des Turms zerstört, aber wieder aufgebaut worden – immer mehr Ausländer zum Arbeiten nach Deutschland kamen, entstand am Weidendamm das Gastarbeiterzentrum der katholischen Kirche. Daraus ist mittlerweile das Internationale Zentrum rund um die Kirche geworden. Dort sind die italienische, die spanische und die kroatische Mission untergebracht. Da fügt es sich, dass Erzbischof Eterovic selbst Kroate ist. Bunt und munter ging es beim Gemeindefest zu – unter anderem mit kroatischem Tanz und bolivianischer Musik. Der apostolische Nuntius, der in Hannover auch Firmungen vorgenommen hatte, war für alle ansprechbar: Eterovic spricht sechs Sprachen fließend.

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Pfingstfest am Stephansplatz: Am Pfingstmontag feierten evangelische und katholische Christen gemeinsam auf dem Stephansplatz in der Südstadt das ökumenische Pfingstfest. Seit nunmehr 14 Jahren hat der gemeinsame Gottesdienst unter freiem Himmel Tradition. Selbst Dauerregen konnte die rund 600 Zuhörer nicht abhalten, die der gemeinsamen Predigt des katholischen Pfarrers Johannes Lim (St.-Heinrich-Gemeinde) und des evangelischen Pastors Dieter Henkel-Niebuhr (Südstadtgemeinde) unter der Überschrift „Zusammen weniger allein“ lauschten. „Von Ökumene wird an vielen Sonntagen in der Kirche geredet, bei uns wird sie Pfingsten auch richtig offenbar“, sagte Henkel-Niebuhr. An dem Fest waren auch die evangelisch-freikirchliche Gemeinde am Döhrener Turm und die selbstständige evangelisch-lutherische Bethlehemgemeinde beteiligt. Nach dem Gottesdienst ging das Fest weiter – mit einem Menschen-Kicker-Turnier, viel Musik und Gesprächen.

 

Bernd Haase 27.05.2015
24.05.2015
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