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Aus der Stadt Betrüger legen Online-Kunden mit falschen Coupons herein
Hannover Aus der Stadt Betrüger legen Online-Kunden mit falschen Coupons herein
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18:23 07.08.2017
Von Michael Zgoll
Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Die Betrüger firmierten im Internet unter Adressen wie „Mycoupon.tv“, „Erlebnisgeschenke.tv“ oder „Coupondeal.tv“. Sie versprachen Schnäppchenjägern, ihnen Wertgutscheine namhafter Firmen mit erheblichem Rabatt zu verkaufen, meist um die 50 Prozent. Die Kunden, die das Geld für – vermeintliche – Coupons von prominenten Firmen wie Aral und Zalando, Rewe, Penny oder Maritim überwiesen, hatten Pech: Sie bekamen entweder gar nichts zugeschickt, oder nur für jedermann zugängliche Zeitungsausschnitte. Reklamationen verliefen fast immer im Sande.

Seit Montag muss sich der 27-jährige Hebat B. vor dem Landgericht Hannover wegen bandenmäßigen Betrugs verantworten. Angeklagt sind 231 Fälle mit einer Schadenssumme von gut 13.000 Euro, doch in Wahrheit stehen in diesem Verfahren 3334 Fälle mit einem Schaden in Höhe von mehr als 117.000 Euro im Hintergrund.

Anklage gegen Mittäter

Aus Gründen der Vereinfachung hat sich die Anklage auf 231 Fälle konzentriert; auf die Höhe des Strafmaßes hat die Zahl der Betrügereien ab einer bestimmten Anzahl keinen Einfluss mehr. Außerdem ist am Amtsgericht in Neustadt am Rübenberge noch ein Verfahren über 667 Gutscheinverkäufe anhängig, die den Betrügern weitere 32 000 Euro in die Kasse gespült haben sollen. Dieser Prozess gegen den Wunstorfer Hebat B. könnte bei einer Verurteilung in Hannover eingestellt werden. Vier Mittätern - darunter einem Ehepaar - soll allerdings noch der Prozess am Landgericht Hildesheim gemacht werden.

Die Straftaten, mit denen sich die 4. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richterin Monika Thiele beschäftigt, wurden vorwiegend im September 2014 verübt. Laut Anklage gründete die Bande unter Angaben falscher Namen Firmen wie eine Coupondeal GmbH oder Yourdays Media. Dann begann eine Werbekampagne um Kunden, die bei vielen Menschen verfing - verbunden mit der Hoffnung auf ein Superschnäppchen. Manche waren vorsichtig, kauften nur einen Coupon über 10 Euro, andere investierten mehr als 500 Euro.

„Ich Trottel“

Als die versprochene Gegenleistung ausblieb, war die Empörung groß. Im Internet finden sich zahlreiche Kommentare von Geschädigten, die sich oft selbst geißeln. „Ich Trottel“, „Alter schützt vor Dummheit nicht“ oder „Hätte ich doch bloß meinen Kopf eingeschaltet“ gehören zu den immer wiederkehrenden Bemerkungen. Immerhin dürfte sich der Schaden für viele Gutscheinkäufer in Grenzen halten: Aufgrund von Ermittlungen wegen eines Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz konnten auf einem Konto des damaligen Geschäftsführers der Coupondeal GmbH mehr als 90 000 Euro beschlagnahmt werden, die den geprellten Kunden zugute kommen sollen.

Deal oder Mammutprozess

Am Montag führte die Landgerichtskammer mit Oberstaatsanwalt Uwe Görlich und Verteidiger Matthias Steppuhn ein ausführliches Rechtsgespräch. Demnach könnte es, so Richterin Thiele, beim nächsten Verhandlungstermin am 16. August zu einer Verständigung kommen - ein erschöpfendes Geständnis von B. vorausgesetzt. Ziel seines Verteidigers ist, für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe zu erwirken. Sollte der Deal platzen, droht ein mehrmonatiger Mammutprozess.

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