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Aus der Stadt Opfer aus Rache entführt und gedemütigt
Hannover Aus der Stadt Opfer aus Rache entführt und gedemütigt
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07:45 30.01.2013
Von Michael Zgoll
Das Gericht hält auch für den Haupttäter eine Bewährungsstrafe für ausreichend. (Symbolbild) Quelle: dpa
Hannover

Rädelsführer Taskin K. wurde wegen Körperverletzung und Nötigung zu sexuellen Handlungen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, sein Freund Ismail G. wegen eines minderschweren Falls von Geiselnahme und Beihilfe zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Außerdem muss Taskin K., wie sein Verteidiger Christoph Rautenstengel angeregt hatte, 5000 Euro Schadensausgleich an das Opfer zahlen. Ismail G. wurde zur Zahlung von 1000 Euro an eine gemeinnützige Organisation verurteilt. Einen dritten Angeklagten sprach die Kammer frei, da ihm eine Beteiligung an der Tat nicht nachzuweisen war.

Selbstjustiz - so lässt sich das Geschehen im Juni 2011 überschreiben. Ihren Ursprung hatte die Tat in einem Betrug, dem der 27-jährige Taskin K. - von Beruf Automatenaufsteller und Vater zweier kleiner Kinder - zum Opfer gefallen war. Wie er gestern im Zuge eines Geständnisses erklärte, hatte sich das spätere Opfer bei ihm 2000 Euro geliehen. Er befinde sich in einer Notlage, sei die Begründung des 33-Jährigen gewesen. Diesen Betrag habe er aber nie wiedergesehen, sagte Taskin K. Mit Sprüchen wie „Selbst schuld, wenn du mir Geld leihst“, habe ihn der Schuldner später zur Weißglut getrieben. Dann stahl das spätere Opfer dem Automatenaufsteller auch noch zwei Notebooks; diese Geräte sah K. ebenfalls nie wieder. „Mein Mandant fühlte sich doppelt hintergangen“, sagte Rautenstengel. Zur Zeugenvernehmung Mitte Januar war das Opfer übrigens in Handschellen erschienen: Der 33-Jährige ist wegen mehrerer Betrugsdelikte vorbestraft und sitzt auch derzeit im Gefängnis.

Der Betrug und die folgenden Provokationen ließen bei Taskin K. die Idee reifen, Rache zu nehmen. Nachdem er und zwei andere Männer das Opfer an einer Stadtbahnhaltestelle in Garbsen zusammengeschlagen hatten, stand im Langenhagener Wettbüro die Demütigung des Kontrahenten im Fokus. Dieser wurde gezwungen, in einem Waschraum mit einem Sexspielzeug zu hantieren; die erniedrigenden Handlungen wurden per Kamera aufgezeichnet. Anschließend fuhren die Täter ihr Opfer zum Steintor und ließen es laufen. Ismail G., auch er als Automatenaufsteller tätig, saß am Steuer des Wagens. Nach übereinstimmenden Aussagen wirkte er aber mäßigend auf seinen Freund Taskin ein und war bei der sexuellen Nötigung nicht persönlich anwesend.

Richter Stefan Joseph redete den beiden Männern bei der Urteilsverkündung ins Gewissen: „Der Wunsch nach Rache mag menschlich verständlich sein, rechtfertigt eine solche Tat aber keineswegs.“ Das Gericht halte allerdings - im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft - auch für den Haupttäter eine Bewährungsstrafe für ausreichend: „Wir glauben, dass die ganze Aktion doch eher ein Ausreißer war.“

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