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Aus der Stadt Orang-Utan Miri ist tot
Hannover Aus der Stadt Orang-Utan Miri ist tot
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00:15 10.04.2014
Von Bernd Haase
Ein Bild aus der Vergangenheit: Jungtier Yenko fühlt sich in den Armen von Orang-Utan-Weibchen Miri geborgen. Quelle: Wilde (Archiv)
Hannover

 Bei den Orang-Utans im Zoo Hannover hat sich über das Wochenende eine Tragödie abgespielt, bei der am Ende dann wenigstens ein Aspekt tröstlich war. Das Weibchen Miri starb am Freitagabend während einer Narkose. Sie war die Mutter des im vergangenen Frühsommer geborenen Affenjungen Yenko, der sich unter anderem wegen seiner punkigen Frisur zu einem der absoluten Publikumslieblinge in Hannover entwickelt hatte. Die Tierärzte suchten anschließend fieberhaft nach einer Amme für den kleinen Orang-Utan und wurden schließlich in Dortmund fündig. Das dortige Weibchen Toba nahm den Jungen aus Hannover an. „Das ist nicht normal, dass Affen so etwas tun. Es ist eine echte Sensation“, sagt Tierpfleger Klaus Meyer.

Die 24-jährige Miri, deren Sohn der erste Nachwuchs nach 31 Jahren bei den Orang-Utans in Hannover war, hatte einen geschwollenen Bauch. Nachdem Medikamente nicht halfen und die Lage sich verschlimmerte, entschied Tierarzt Viktor Molnar sich, das Tier im Zoo in Narkose zu legen. Aus dieser wachte es nicht mehr auf. Mittlerweile ist das Weibchen in der Pathologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover untersucht worden. „Es hatte eine Gebärmutterentzündung, die sie vermutlich seit ungefähr einem Monat mit sich herumtrug. Sie hat aber keine Schmerzen gezeigt“, erklärt Molnar.

Im Juni 2013 wurde Yenko im Zoo Hannover geboren. Nach dem dramatischen Tod seiner Mutter Miri hat das Jungtier den Zoo Hannover verlassen. Yenko wurde nach Dortmund umgesiedelt.

Für den Zoo ergab sich die knifflige Situation, dass dringend eine Amme für Yenko benötigt wurde – zumal der Tierpark sogenannte Handaufzuchten ablehnt, bei denen Pfleger die Rolle übernehmen. Er will so verhindern, dass Wildtiere „vermenschlichen“. Orang-Utans entwöhnen sich aber erst nach vier Jahren von der Mutterbrust; es musste also ein Weibchen her, das Milch geben kann. Im Dortmunder Zoo hatte die Äffin Toba im Oktober eine Totgeburt erlitten, konnte aber noch säugen.

Kurzer Moment der Verwirrung

Pfleger Meyer, seit 37 Jahren bei den Affen in Hannover, nahm den kleinen Yenko zunächst mit nach Hause und brachte ihn dann am Sonnabend zusammen mit Molnar im Privatwagen nach Dortmund. Dort haben die Pflegerinnen Toba den Kleinen zunächst durch ein Gitter getrennt gezeigt. „Beide waren sofort interessiert. Das Gitter wurde hochgezogen, und Yenko ist hingekrabbelt. Nach einem kurzen Moment der Verwirrung hat das Weibchen ihn angenommen“, schildert Meyer. Für die Besucher im Zoo Hannover bedeutet das, dass sie den Orang-Jungen nicht wiedersehen werden. Er bleibt mindestens sieben bis acht Jahre in Dortmund. Was danach passiert, muss der Zoo in Karlsruhe entscheiden, bei dem das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Orang-Utans koordiniert wird. Familiäre Wunden wird die Geschichte laut Meyer nicht reißen. „Orang-Utan-Männchen sind Einzelgänger, die im Hier und Jetzt leben. Yenkos Vater Jambi wird sich kurz wundern, wo die anderen geblieben sind – und die Angelegenheit vergessen.“

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