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Aus der Stadt Alles festhalten! – „Das wird heftig“
Hannover Aus der Stadt Alles festhalten! – „Das wird heftig“
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12:10 05.12.2013
Foto: Rote Zone: Am Donnerstag trifft Sturmtief „Xaver“ in Hannover ein.
Rote Zone: Am Donnerstag trifft Sturmtief „Xaver“ in Hannover ein. Quelle: Symbolfoto
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Hannover

„Das wird auch in Hannover richtig heftig“, prognostiziert Meteorologe Günther Groß von der Uni Hannover. Gegen 18 Uhr soll „Xaver“ seinen Höhepunkt erreichen – und sich am Abend langsam wieder abschwächen. Trotzdem bleibt es auch in der Nacht sehr windig, und es fällt Schnee. Am Freitag ist es voraussichtlich weiterhin stürmisch, in der Nacht zum Sonnabend soll sich die Wetterlage dann wieder beruhigen.

Meteorologe Niklas Weise vom Institut für Klimakommunikation in Hamburg erwartet für die Landeshauptstadt und das Umland Spitzenböen von 90 Stundenkilometern, vereinzelt auch von 100 Kilometern pro Stunde. Der Deutsche Wetterdienst gab am Abend sogar eine Unwetterwarnung mit Böen bis 110 Stundenkilometern heraus. Am stürmischsten werde es voraussichtlich heute zwischen 15 und 20 Uhr werden, der genaue Zeitpunkt lasse sich aber nur schwer vorhersagen. Auch am Freitag bleibt es sehr windig in Hannover, denn „Xaver“ schwächt sich nur sehr langsam ab. Außerdem könnte es in der Nacht zu Freitag und am Freitag selbst kräftig schneien.

Die Feuerwehr versetzte am Mittwoch zusätzliche Mitarbeiter der Regionsleitstelle in Alarmbereitschaft, damit sie die städtischen Kollegen unterstützen können, falls „Xaver“ in Hannover massive Schäden anrichten sollte. Außerdem überprüfen die Einsatzkräfte ihre Gerätschaften wie Kettensägen oder Ersatzpumpen, die heute möglicherweise zum Einsatz kommen können. „Unsere Sinne sind geschärft, wir beobachten permanent die Wettervorhersagen“, sagt Feuerwehrsprecher Andreas Hamann. Selbst für den Fall, dass starke Schnee- oder Regenfälle Flüsse über die Ufer treten lassen, ist die Feuerwehr gerüstet. „In der Wache 4 lagern etwa 2000 gefüllte Sandsäcke“, sagt Hamann: „Mit unserer Sandsackfüllmaschine sind wir in der Lage, weitere 1600 Säcke pro Stunde mit Sand zu füllen.“

Blumen und Gartenmöbel sichern

Die Feuerwehr Hannover rät dringend, am Donnerstagvormittag freistehende Mülltonnen zu sichern. Gartenmöbel sollten so verpackt oder gesichert werden, dass der Wind sie nicht erfassen kann. Besonders gefährlich ist es, Gartenmöbel auf Terrasse oder Balkon stehen zu lassen, denn der Orkan könnte sie gegen Fensterscheiben wirbeln. Unbedingt sollten Blumentöpfe und andere bewegliche Gegenstände auf Balkonen und Terrassen vor „Xaver“ in Sicherheit gebracht werden.

Die Feuerwehr rät außerdem dazu, Autos falls möglich in Garagen zu parken, bis der Sturm vorbei ist. Wer sein Auto an der Straße abstellen muss, sollte großen Abstand von Bäumen und Häusern halten. „Je höher die gefährlichen Objekte, desto länger sollte der Abstand zu ihnen sein“, rät die Feuerwehr.

Hausbesitzer sollten möglichst noch vor dem Sturm ihre Dächer untersuchen. Denn lose Ziegel oder offene Dachfenster könnten Angriffspunkte für den Sturm sein und größere Schäden wie zum Beispiel ein abgedecktes Dach nach sich ziehen. 
Auf keinen Fall sollten die Eilenriede und andere Wälder betreten werden, während der Orkan wütet. Dort ist die Verletzungsgefahr durch umstürzende Bäume oder herabfallender schwere Äste besonders groß.

Experten prüfen City-Deko

Die Weihnachtsbeleuchtung in der hannoverschen Innenstadt sei für Sturmsituationen berechnet und geprüft, verspricht Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft. Dennoch nehme man die Sturmwarnung erst. Deshalb haben sich am MIttwochnachmittag zwei Techniker der Dresdener Firma, die die Beleuchtung montiert hat, auf den Weg nach Hannover gemacht. „Wir hoffen, dass sie umsonst kommen“, sagte Prenzler. Die Sterne seien sehr winddurchlässig.

Weihnachtsmarkt ohne Segel

Marktamtsleiter Michael Flohr geht davon aus, dass die Holzbuden des Weihnachtsmarktes einem Sturm standhalten. Im Historischen Dorf werden die Händler aber die Segeltücher über den Brettergerüsten abnehmen, berichtete Flohr – sie sind zu windanfällig. Auch die große Pyramide auf dem Kröpcke bereitet Flohr keine Sorge: „Die Pyramide ist sehr winddurchlässig.“. Das Weihnachtstor auf dem Platz der Weltausstellung biete dem Wind zwar große Angriffsflächen, doch seien die beiden Füße mit je elf Tonnen schweren Gewichten gesichert.

Gerüste gesichert

Am Mittwoch haben auch Gerüstbaubetriebe Vorbereitungen auf den Sturm getroffen. Große Planen an den Gerüsten wurden abgenommen oder geöffnet, berichtete ein Mitarbeiter der Ronnenberger Firma Samiez. „Das ist bei uns schon Routine, wenn es Sturmwarnungen gibt“, sagte er.

Bahn stockt Personal auf

In Hannovers Hauptbahnhof gab es Ende Oktober beim jüngsten Sturm „Christian“ tumultartige Szenen, weil viele Verbindungen ausgefallen waren und Reisende nicht weiterkamen. Diesmal sei viel zusätzliches Personal im Einsatz, verspricht man im Unternehmen. Hier sind alle Fahrplanänderungen für Niedersachsen im Überblick.

Santa-Run offen

Unklar ist noch, was aus dem für Freitag geplanten Weihnachtsmannlauf Santa Run in der City wird. Donnerstagabend wollen die Veranstalter entscheiden, ob der Lauf verschoben wird. „Wenn am Freitag noch Orkanböen über den Kröpcke fegen, macht die Veranstaltung keinen Sinne“, sagt City-Gemeinschaftschef Prenzler.

Schließungen von Kitas und Schulen

Aufgrund der Wetterlage fällt am Donnerstag in vielen Schulen der Unterricht teilweise oder ganz aus. Die Sophienschule im Zooviertel lässt ihre Schüler ab der sechsten Stunde nach Hause gehen. Im Umland fällt in vielen Schulen der Unterricht ganz aus. Die Stadt Hannover schlägt vor, Kitas um 13 Uhr zu schließen. Eltern werden gebeten, sich bei der jeweiligen Tagesstätte zu informieren.

Zoo bleibt geschlossen

Der Erlebnis-Zoo Hannover bleibt am Donnerstag geschlossen. „Die Sicherheit unserer Besucher und unserer Tiere ist unser höchstes Gebot“, erklärt Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff die Vorsichtsmaßnahme.

Stürme im Vergleich

Einer der schwersten Stürme der vergangenen Jahrzehnt in Hannover war „Kyrill“ im Jahr 2007. Er erreichte Spitzenböen von 112 Stundenkilometern. Der Orkan hatte zahlreiche Dächer abgedeckt und regelrechte Schneisen in der Eilenriede hinterlassen. Sturm „Christian“vom Herbstanfang hingegen hatte zwar auch Böen um 100 Stundenkilometer, richtete aber in Hannover kaum Schäden an.

Von Mathias Klein
 und Tobias Morchner

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