Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Ostalgisch spielen für die HAZ-Weihnachtshilfe
Hannover Aus der Stadt Ostalgisch spielen für die HAZ-Weihnachtshilfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:39 03.11.2009
Das Spiel „Hürdenlauf“ stammt aus dem Werk 4 des VEB Plasticart in Karl-Marx-Stadt. So steht es zumindest auf der Packung. Nun soll das DDR-Spiel verkauft werden. Quelle: Tobias Kleinschmidt

Merkwürdige Pappkartons stapeln sich derzeit zwischen DDR-Mark-Scheinen und einer aufgestellten Steinmauer im Schaufenster von „Idee + Spiel“ in der Grupenstraße, dem Spielwarengeschäft von Heinz Lehmann. Es sind Brettspiele, die etwas farblos wirken und dessen Verpackungen sich rau anfühlen. Mitunter ist der Name des Spiels sogar in kyrillischen Buchstaben geschrieben. Auch der Preis verwirrt. „EVP 5,90 M“ ist auf einem Legespiel namens „Geometrie“ zu lesen. Und der erste Satz der Spielanleitung: lautet: „In Zusammenarbeit des VEB Plasticart Annaberg-Buchholz mit Frau Dr. Fischer von der Arbeitsgruppe Geometrie des Instituts für Lehrerbildung Wilhelm Pieck in Auerbach entstand dieses Geometrielegespiel, bezogen auf das Arbeitsheft für Mathematik Klasse 3.“ Liest sich nicht unbedingt nach Spielspaß. Dafür suche man nach „vielfältigen Möglichkeiten, Phantasie, Geduld und logisches Denken bei jung und alt zu fördern.“ Ganz klar, „Geometrie“ ist wie „Rechenlotto“, „Lustige Sieben“ und „Steck drei“ ein Spiel „made in GDR“. Dieser Hinweis auf die DDR ist wie der Herstellungsort Karl-Marx-Stadt auf den Verpackungen zu lesen.

Die Spiele verkauft Heinz Lehmann zum 20. Jahrestag des Mauerfalls für die HAZ-Weihnachtshilfe. Für nur fünf Euro können sich Interessierte ostdeutsche Spielkultur nach Hause holen und damit bedürftige Menschen in der Region finanziell unterstützen. „Viele Kunden sind überrascht, dass es solche Spiele überhaupt noch gibt“, sagt der 59-Jährige, der Anfang der neunziger Jahre ganze Paletten voller DDR-Brettspiele in den neuen Bundesländern kaufte. „Die Mitarbeiter waren damals froh, sie loszuwerden“, erzählt Lehmann, der die Raritäten nach und nach an Sammler verkauft. Am meisten habe Lehmann überrascht, dass sich die Prinzipien der ostdeutschen Brettspiele nur wenig von denen westdeutscher Gesellschaftsspiele unterscheiden. So sei „Treffer“ aus dem Osten eine Art Schiffeversenken für den Wohnzimmertisch. Was im Osten „Lustige Hüte“ hieß, ist im Westen unter „Fang den Hut“ bekannt und „Kreuzworte“ ist eine Version von „Scrabble“. „Es sind ganz normale Spiele“, sagt Lehmann. Es sei doch schön, dass sich die Menschen trotz unterschiedlicher Systeme zumindest in einem einig waren: in der Lust am Spiel – auch wenn manche Spielanleitung wahrlich nicht danach klingt.

von Jan Sedelies

Die Debatte um die hohe Anzahl von Freikarten ist noch nicht ganz abgeebbt, da entzündet sich bereits neue Kritik an Hannovers Kulturdezernentin Marlis Drevermann und ihrer Planung der Festwochen Herrenhausen.

Felix Harbart 03.11.2009

Auf dem 10. Internationalen Film Festival in Hannover (19.-22. November) konkurrieren 105 Filme um den Deutschen Nachwuchsfilmpreis. Weitere 105 Filme aus 34 Ländern bewerben sich für den International Young Film Makers Award, wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten.

03.11.2009

Polizei und Stadt sehen sich auf dem richtigen Weg: Bei erneuten Alkohol-Testkäufen haben die minderjährigen Käufer an wesentlich weniger Kiosken, Supermärkten und Tankstellen alkoholische Getränke erwerben können als bei vorherigen Kontrollen.

03.11.2009