Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Haben Behörden im Fall der getöteten 35-Jährigen versagt?
Hannover Aus der Stadt Haben Behörden im Fall der getöteten 35-Jährigen versagt?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 21.06.2018
Hätten die Behörden den gewaltsamen Tod der 35-Jährigen aus der Rumannstraße verhindern können?
Hätten die Behörden den gewaltsamen Tod der 35-Jährigen aus der Rumannstraße verhindern können? Quelle: Clemens Heidrich
Anzeige
Hannover

Der gewaltsame Tod der 35-jährigen Frau am Sonnabend in der Rumannsstraße hätte möglicherweise verhindert werden können, wenn die Behörden allen vorliegenden Hinweisen nachgegangen wären. Denn nach HAZ-Informationen hatte die Frau bereits Ende Mai Strafanzeige gegen ihren späteren Mörder erstattet – wegen Bedrohung. Das bestätigte auch die Staatsanwaltschaft Hannover auf Nachfrage. „Eine derartige Anzeige liegt vor“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Die Frage, welche Maßnahmen aufgrund der Anzeige getroffen worden waren, konnte die Staatsanwaltschaft am Montag nicht beantworten.

Die 35-Jährige soll aber nicht nur davon gesprochen haben, dass Bülent I. die von ihr vollzogene Trennung nicht verkraftet habe und ihr deswegen immer wieder aufgelauert hat. Nach HAZ-Informationen hat die Frau auch auf ein Messer und eine Schusswaffe hingewiesen, die sich im Besitz ihres Ex-Freundes befunden haben sollen. Eine Durchsuchung der Wohnung des Mannes ist daraufhin seitens der Staatsanwaltschaft offenbar nicht angeordnet worden.

Am Sonnabend hatte Bülent I. der 35-Jährigen gegen 5.30 Uhr vor ihrer Wohnung in der Rumannstraße erneut aufgelauert. Nach einer verbalen Auseinandersetzung eskalierte der Streit. I. soll seine Ex-Freundin mit mehreren Messerstichen auf offener Straße getötet haben. Anwohner hörten die Hilfeschreie der Frau und verständigten die Polizei. Der Täter floh nach der Tat nach Bielefeld. Dort offenbarte er sich am Abend einem Fußgänger. Der verständigte die Polizei. Die Beamten nahmen Bülent I. fest. Noch in der Nacht wurde er nach Hannover gebracht. Am Sonntagmittag schickte ein Haftrichter den 57-Jährigen in Untersuchungshaft.

Von Tobias Morchner