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Aus der Stadt Pädagoge missbrauchte zwei Jungen
Hannover Aus der Stadt Pädagoge missbrauchte zwei Jungen
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22:42 19.07.2010
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Der Angeklagte, der bis zu seiner Inhaftierung selbst in Pattensen wohnte, hatte am ersten Prozesstag ein umfangreiches Geständnis abgelegt – so mussten die zwölf und 14 Jahre alten Opfern nicht vor Gericht aussagen. Er bereue die Taten und wolle eine Therapie beginnen, um nach dem Vollzug keine Straftaten mehr zu begehen, sagte der 38-jährige Heilpädagoge. Er entschuldigte sich bei den Jungen und ihren Eltern.

Über einen Chatroom im Internet lernte der Angeklagte zunächst den damals 13-Jährigen kennen. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Alfons Welling, warum er Kontakt zu dem Jungen aufgenommen habe, antwortete der 38-Jährige: „Das hängt mit meiner Neigung zusammen.“ Er gab zu, das Alter des Jungen gekannt zu haben, als er sich mit ihm verabredete. Auf der Geburtstagsparty des späteren Opfers traf er dann auch auf den Zwölfjährigen. Insgesamt neunmal verging er sich in seinem Auto an den Jungen und gab ihnen als Gegenleistung Geldbeträge zwischen zehn und 30 Euro. Gewalt habe sein Mandant nicht angewendet, betonte dessen Verteidiger.

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Die Übergriffe hatten sich zwischen August und Dezember 2009 in Bevern (Kreis Holzminden) ereignet. Dorthin war der 38-Jährige für die Treffen gefahren. „Die Kammer sieht, dass die Taten nicht in Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen“, sagte der Vorsitzende Richter Alfons Welling in seiner Urteilsbegründung. „Wir gehen davon aus, dass der Angeklagte bewusst das berufliche Umfeld gemieden hat.“

Der 38-Jährige hatte in Pattensen eine Jugendhilfe-Einrichtung geleitet, in der vier junge Menschen in einem Haushalt lebten. Zudem war er als pädagogischer Mitarbeiter in einer Grundschule und in einem Kinderkrankenhaus beschäftigt. „Der Angeklagte ist bislang einen ordentlichen Lebensweg gegangen und nicht vorbestraft“, sagte Richter Welling. Bei beiden Opfern hatten sich nach den Übergriffen die schulischen Leistungen verschlechtert, und die Jungen werden therapeutisch betreut, schilderten die Eltern im Gerichtssaal. Einer der Väter meinte, er sei den Umständen entsprechend froh, dass seinem Sohn keine Gewalt angetan worden war.

Sonja Fröhlich / dpa

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