Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Pastor Zirkler scheitert bei der Wahl zum Stadtsuperintendenten
Hannover Aus der Stadt Pastor Zirkler scheitert bei der Wahl zum Stadtsuperintendenten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 19.03.2009
Der Dresdener Pastor Joachim Zirkler hat bei der Abstimmung des Stadtkirchentages überraschend die Mehrheit der Stimmen verfehlt. Quelle: Martin Steiner
Anzeige

Der 54-Jährige zeigte sich enttäuscht von dem Ergebnis: „Für eine zweite Kandidatur werde ich nicht zur Verfügung stehen“, sagte er. Stattdessen werde er in Dresden bleiben, wo er als Pastor an der berühmten Kreuzkirche tätig ist.

Der Sachse, der von 1987 bis 2002 eine Pfarrstelle an der St.-Gertruden-Kirche in Laatzen-Gleidingen innehatte, scheiterte bei der Wahl, obwohl er keinen Gegenkandidaten hatte – vielleicht aber auch gerade, weil er keinen Gegenkandidaten hatte: Das Landeskirchenamt hatte dem Stadtkirchentag, dem Parlament von Hannovers Lutheranern, Zirkler als alleinigen Kandidaten präsentiert, obwohl sich mehrere Theologen um die Nachfolge des in den Ruhestand verabschiedeten Wolfgang Puschmann beworben hatten. Viele Delegierte empfanden dies als Bevormundung – und haben ihrem Ärger möglicherweise Luft gemacht, indem sie Zirkler die Zustimmung verweigerten.

Anzeige

Zu der wichtigen Abstimmung – immerhin repräsentiert der Stadtsuperintendent 216.000 evangelische Christen – waren nur 59 von 69 stimmberechtigten Delegierten erschienen. Nachdem Zirkler im ersten Wahlgang die nötige Zweidrittelmehrheit verfehlt hatte, hätte er im zweiten Wahlgang die Hälfte der Stimmen aller Anwesenden benötigt. Nach HAZ-Informationen soll er daran knapp gescheitert sein – mit 28 von 30 nötigen Stimmen.

Nach der Wahl herrschte in der Stadtkirchenkanzlei gedrückte Stimmung bei den Unterstützern Zirklers: „Es ist nicht fair, einen kompetenten Kandidaten für ein schlechtes Nominierungsverfahren abzustrafen“, sagte ein Delegierter. „Ich bin unglaublich traurig“, sagte auch Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann. Auch sie hatte das Verfahren kritisiert. „Doch gerne hätte ich Joachim Zirkler zum Kollegen gehabt – er hätte wunderbar an die Marktkirche gepasst.“

Nun muss das komplizierte und langwierige Nominierungsverfahren, an dem zahlreiche kirchliche Gremien beteiligt sind, von vorne beginnen. Voraussichtlich wird die Stelle demnächst wieder ausgeschrieben; das Landeskirchenamt muss dann einen oder mehrere neue Kandidaten suchen. „Zunächst muss ein neuer Zeitplan für dieses Verfahren festgelegt werden“, sagte Kirchensprecher Stefan Heinze. Landesbischöfin Margot Käßmann wollte das Ergebnis nicht kommentieren.

von Simon Benne

Nicola Zellmer 19.03.2009
Vivien-Marie Drews 18.03.2009
Anzeige