Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Pavillon braucht neuen Chef in schwerer Zeit
Hannover Aus der Stadt Pavillon braucht neuen Chef in schwerer Zeit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:09 05.03.2010
Von Conrad von Meding

Der geplante Weggang des Geschäftsführers Uwe Kalwar ein harter Schlag. Wie am Freitag berichtet, will Regionspräsident Hauke Jagau den 53-Jährigen zum Leiter des Teams Kultur in der Regionsverwaltung machen. „Wir haben davon ganz frisch erfahren“, sagt die Vorsitzende des Trägervereins, Prof. Monika Tibbe. Wenn die Regionspolitiker am Dienstag der Wahl Kalwars zustimmen, muss im Pavillon die Suche nach einem Nachfolger beginnen. „Bei uns arbeiten viele qualifizierte und kreative Menschen“, sagt Tibbe: „Mindestens eine Interimslösung wird es aus dem eigenen Haus geben.“

Kalwar selbst will sich vor Dienstag nicht äußern. Er sagte am Freitag nur, dass er die Leitung des Kulturteams für eine „interessante, reizvolle Aufgabe“ halte. Sein Weggang trifft das Kulturzentrum allerdings in schwerer Zeit. 33 Jahre alt wird der Pavillon in diesem Jahr, aktuell laufen die Planungen für die räumliche Grunderneuerung. Der Rat wird voraussichtlich nächste Woche das 6,3-Millionen-Euro-Paket für den ersten Sanierungsschritt beschließen. Unklar ist aber noch, was mit der oberen Etage passiert und wie es mit Erweiterungsbauten weitergeht. „Uwe Kalwar hat eine große Stärke als Außenminister“, sagt Tibbe: „Er hat gut moderiert und die Interessen des Pavillons exzellent gegenüber der Stadt vertreten.“ Der Zeitpunkt des Abschieds sei zwar „ungünstig – aber wir freuen uns für ihn“.

Gut 20 Jahre ist Kalwar Geschäftsführer, zuvor hat er mit Unterbrechungen schon jahrelang in der Programmgestaltung und beim Aufbau des Zentrums mitgearbeitet. Aus dem alternativen Besetzerprojekt ist so über Jahre ein etabliertes Kulturzentrum geworden. 444 öffentliche Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr, der Etat von gut 1,8 Millionen Euro musste nur zu knapp 22 Prozent von der Stadt bezuschusst werden. Dieser wirtschaftliche Erfolg, sagt Vorstand Tibbe, könnte demnächst aber auch zum Problem werden: „Wenn im Gebäude der Umbau startet, dann wissen wir nicht, wie wir den hohen Eigenanteil erwirtschaften sollen.“

Kritik in der Region: Aus der CDU-Regionsfraktion gab es am Freitag Kritik an der geplanten Einstellung Kalwars. „Die Region ist finanziell ausgeblutet“, sagt Fraktionschef Eberhard Wicke. Da hätte die Stelle besser mit eigenem Personal besetzt werden können, statt sie mit einem externen Bewerber zu besetzen, meint er. Regionspräsident Jagau (SPD) hingegen lobt, Kalwar habe Führungsqualität bewiesen und sei in der regionalen Kulturszene fest verankert. Das Team Kultur der Region umfasst 15 Mitarbeiter. Es organisiert das Kulturprogramm auf Schloss Landestrost, Veranstaltungen wie den Kultursommer oder den jährlichen Atelierspaziergang, kümmert sich aber auch etwa um die Beratung von Heimatstuben in den Dörfern.

Gegen die Umbenennung ihrer Straße sind sie auf die Straße gegangen: Etwa 60 Anwohner der Elkartallee in der Südstadt haben am Freitag eine kleine Demonstration gegen die Pläne der Stadt veranstaltet, die Elkartallee zur Hilde-Schneider-Allee umzuwidmen.

Juliane Kaune 05.03.2010

Angekündigte Schließung des spanischen Generalkonsulats stößt auf Kritik. Das Konsulat ist eine der tragenden Säulen für die spanische Kulturarbeit in Hannover.

Mathias Klein 05.03.2010

Für die Teilnehmer einer Konzertreise ist es eine Enttäuschung gewesen: Angekündigt war die Sopranistin Anna Netrebko, aufgetreten ist Cecilia Bartoli. Wegen des Austausches verurteilte das Landgericht TUI, den Urlaubern knapp 2000 Euro zurückzuerstatten.

Sonja Fröhlich 05.03.2010