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Aus der Stadt BUND findet viele Pestizide in Weihnachtsbäumen
Hannover Aus der Stadt BUND findet viele Pestizide in Weihnachtsbäumen
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12:01 16.12.2017
Wie viel Gift ist am Baum? Ein Test hat alarmierende Werte ergeben, auch in Hannover. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Lambda-Cyhalothrin, Azoxystrobin, Glyphosat: Die Liste der Chemiekeulen ist lang. Sie sind nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) das Ergebnis einer aktuellen Überprüfung von Weihnachtsbäumen auf Pestizide. Das Ergebnis: In 14 von 17 getesteten Weihnachtsbäumen sollen Pestizide gefunden worden sein. Beim Testkauf in Hannover wurde das Insektizid Lambda-Cyhalothrin nachgewiesen, das nach BUND-Angaben schädlichste in der EU zugelassene Pestzid. Verbraucher können sich schützen, indem sie Bäume mit Ökosiegel kaufen.

Die Chemiecocktails dienen dazu, Schädlinge von den Bäumen fernzuhalten und Unkraut aus den Plantagen. Zur Gefahr für die Umwelt werden sie vor allem, wenn sie flächendeckend auf Plantagen eingesetzt werden und nicht nur gezielt an befallenen Bäumen. Möglicherweise können sie aber auch zur Gefahr für den Menschen werden, warnt BUND-Pestizidfachfrau Corinna Hölzel: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pestizide in geschlossenen und beheizten Räumen in die Raumluft ausdünsten.“ 

Weihnachtsbäume sind einem Pestizidcocktail ausgesetzt“

In Weihnachtsbaumplantagen würden „jede Menge Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt“, sagt Hölzel. Auffällig sei die hohe Mehrfachbelastung, „viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt.“

Eine der 17 Testtannen wurde in Hannover gekauft. Das auf der Nordmanntanne gefundene Lambda-Cyhalothrin sei hochgiftig für Menschen und Bienen, schreibt der BUND. Insgesamt seien Rückstände des Mittels auf neun Testbäumen nachgewiesen. Bei zwei Bäumen wurde das umstrittene Glyphosat nachgewiesen, das einigen Experten als krebserregend gilt. Auf einem Baum, gekauft in Gemünden, wurde sogar Parathion-Ethyl entdeckt, das nach BUND-Angaben seit mindestens 15 Jahren nicht mehr zugelassen ist wegen seiner hochgiftigen Wirkung für Säugetiere und damit auch Menschen. 

BUND rät zu Ökosiegel

Der Testbaum aus Hannover sei in einem Hagebaumarkt erworben worden und mit zwei Giftstoffen belastet gewesen: dem Insektizid Lambda-Cyhalothrin und dem Fungizid Azoxystrobin, das gegen Pilzfäule helfen soll. Das Herkunftsland sei unbekannt. Ein in Mainz gekaufter Testbaum habe sogar Rückstände von vier Pestiziden enthalten. Die Bäume stammten überwiegend von deutschen Plantagen und wurden nach Angaben den BUND stichprobenartig in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf gekauft. 

Der BUND rät Verbrauchern dazu, zertifizierte Bio-Weihnachtsbäume zu kaufen, die frei von Schadstoffen seien, oder einen Baum aus heimischen FSC-zertifizierten Wäldern, die nicht mit Pestiziden behandelt werden. „Bio-Bäume erkennen Verbraucher am Siegel der Öko-Anbauverbände Bioland, Naturland oder Demeter“, schreibt der BUND

Linktipps

Übersicht der Ergebnisse des BUND-Tests 

Hintergrund zu den analysierten Pestiziden

Liste von „Robin Wood“ mit Verkaufsstellen für Bio-Weihnachtsbäume 

Von Conrad von Meding

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