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Aus der Stadt Petra Bahr ist neue Landessuperintendentin
Hannover Aus der Stadt Petra Bahr ist neue Landessuperintendentin
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20:56 17.01.2017
Von Simon Benne
"Kirche darf nicht nur bei sich selber bleiben". Quelle: Eberstein
Hannover

Die Koffer sind noch nicht ausgepackt, ein Teil des Hausstands ist erst mal eingelagert: „Wir sind noch etwas unbehaust“, sagt Petra Bahr: „Eine Erfahrung in gelebtem Minimalismus.“ Mit ihrem Mann, dem Göttinger Juraprofessor Hans Michael Heinig, und dem neunjährigen Sohn ist die künftige Landessuperintendentin frisch aus Berlin nach Hannover gezogen. Bis sie die Dienstwohnung an der Roten Reihe beziehen können, haben sie sich erst einmal eine Wohnung in der Knochenhauerstraße genommen.

Von Hannover schwärmt die Theologin gleichwohl wie die Alteingesessenen: „Hier gibt es Radwege, die diesen Namen auch verdienen, es gibt Parks und eine tolle Kulturszene“, sagt sie. „Und das Tempo ist nicht so hoch wie in Berlin – ein Gewinn an Lebensqualität.“
Als Nachfolgerin von Ingrid Spieckermann wird die 50-Jährige, die Kulturbeauftragte der EKD war und zuletzt für die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung arbeitete, künftig für 550 000 Seelen in 222 Gemeinden mit 444 Pastoren zuständig sein. Sie leitet eine Mittelinstanz, ähnlich den abgeschafften Bezirksregierungen. „Ich werde viel im Land herumfahren, predigen und Vorträge halten“, sagt Bahr: „Ich glaube an die Kraft von Gottesdiensten.“

Dabei hat Bahr den Dialog mit den Zweifelnden, den eher passiven Kirchenmitgliedern auf ihre Fahnen geschrieben: „Das Evangelium soll für alle Gestalt gewinnen, nicht nur für die besonders Frommen“, sagt sie: „Die Kirche darf nicht nur bei sich selber bleiben.“ Kirchengemeinden seien oft die einzigen Orte, an denen unterschiedliche Menschen überhaupt noch miteinander in Berührung kämen: „Unsere Gesellschaft segmentiert sich ja immer stärker in diverse Echokammern.“

„Segmentieren in Echokammern“ – das ist ein typischer Bahr-Satz. Akademisch klug und kühl analysiert. Die Theologin, die über Kant promoviert hat, denkt und redet schnell. Dabei spricht die zierliche Frau mit der Kurzhaarfrisur und dem Kimonokleid druckreif. „Erst eine theologisch gebildete Kirche ist sprachfähig“, sagt die weltgewandte Theologin. Oder, wenn es um Populismus geht: „Das In-Gott-gehalten-Sein bietet eine gewisse Resistenz gegen einfache Lösungen.“ Wenn sie predigt, übersetzt die Theologin, die in Jerusalem studiert hat, die hebräischen und griechischen Bibeltexte erst selbst. Man darf gespannt sein, ob so viel Intellektualität auch in allen Landgemeinden ihres großen Sprengels angemessen gewürdigt wird.

„Auf dem Land, wo die Kirchen oft der letzte öffentliche Ort sind, ist das kirchliche Leben häufig intensiver“, sagt Bahr. In Großstädten hingegen grassiere teils eine pauschale Religionskritik: „Religion kann ja auch gefährlich sein, wenn sie politisiert wird, weil sie immer aufs Ganze geht“, konzidiert sie. „Doch wer Religion nur noch als Gefahr sieht, verkennt ihre Pointe: Menschen sollen sich nicht wie Gott aufspielen.“
In der Verteidigung des Glaubens ist Petra Bahr ziemlich sprachfähig.
Am Sonntag, 15 Uhr, wird Petra Bahr im Gottesdienst in der Neustädter Kirche ins Amt eingeführt.     

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