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Aus der Stadt Neue Teststation für Kartoffeln eröffnet
Hannover Aus der Stadt Neue Teststation für Kartoffeln eröffnet
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00:16 20.02.2015
Uta Behr untersucht Proben. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Mehr als ein Jahr haben die 25 Beschäftigten auf diesen Tag gewartet: Am Dienstag konnten sie den Einzug in den fünf Millionen Euro teueren Bau endlich offiziell feiern. „Das alte, in den 60er Jahren erbaute Gebäude, war sehr marode – ein Neubau war nötig, damit wir die Qualitätsstandards erfüllen können“, sagt Dr. Karl-Heinz Pastrik vom Pflanzenschutzamt. Denn die bakterielle Ringfäule und die Schleimfäule in Kartoffeln sowie bestimmte Virusarten, verhindern, dass die Kartoffeln richtig keimen und könne zum Verlust von bis zu einer halben Ernte führen. Daher hat die EU in den neunziger Jahren strenge Untersuchungsrichtlinien eingeführt. Alle Pflanzkartoffeln müssen untersucht werden. Wird ein Befall festgestellt müssen die Pflanzen vernichtet werden.

Am Pflanzenschutzamt in Ahlem ist Deutschlands größte Teststation für den Nachweis von Kartoffelvirus- und -Bakterienkrankheiten in Betrieb genommen worden.

„Nachdem die Infekte in den 90er Jahren erstmals auftauchten, wurde im Ahlemer Pflanzenschutzamt Testsysteme entwickelt, anhand deren die Bakterien schneller festgestellt werden konnten“, sagt Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer. Doch die Entwicklung der Untersuchungsmethoden war sehr teuer, für einen Neubau fehlte das Geld und die Gewächshausverbinder wurden kurzerhand zu Untersuchungsräumen umfunktioniert. .“Wie es mit Provisorien oft ist, bleib dieses bin zum letzten Jahr bestehen“, sagt er. Erst im April began der Neubau und einige Teile das Altbaus wurden gleichzeitig saniert.

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80 Tonnen Kartoffeln pro Jahr

In dem Institut werden jährlich rund 80 Tonnen Kartoffeln auf Krankheitserreger untersucht. „Eine Bakterieninfektion bedeutet immer hohe Ertragsverluste für die Landwirte“, erklärt Pflanzenschutzamtsleiterin Carolin von Kröcher. Denn die Erreger, die bereits in der Pflanzkartoffel - also den Knollen die nicht zum Verzehr sondern lediglich zum Anbau genutzt werden - auftreten, vermehren sich von Knolle zu Knolle. „Sie sind zwar für den Menschen ungefährlich, aber sie befallen in kürzester Zeit die gesamte Ernte.“ Daher muss jeder Landwirt seine Pflanzkartoffeln untersuchen lassen, bevor er sie weiter verkauft und sie auf den insgesamt 100.000 Hektar Anbaufläche gepflanzt werden.

Zunächst kommen die Knollen im sogenannten Schutzbereich des 1088 Quadratmeter großen Forschungszentrums an, wo Proben entnommen werden. „Dann geht es weiter in den Laborbereich wo jährlich etwa 5 000 Einzeluntersuchungen auf Bakterien sowie 500.000 Virustestungen durchgeführt werden“, sagt von Kröcher. „Für den Menschen sind die Infektionen aber ungefährlich.“

Lisa Malecha und Antonia Schiel

Tobias Morchner 19.02.2015
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