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Aus der Stadt Philologen springen Lehrern bei
Hannover Aus der Stadt Philologen springen Lehrern bei
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09:36 19.09.2013
Gymnasiallehrer haben angedroht, im nächsten Jahr keine Klassenfahrten mehr zu absolvieren.
Hannover

Im Verband wird dabei auf die Arbeitsbelastung hingewiesen, die ständig steige. Wenig Verständnis äußerte am Mittwoch hingegen die Vorsitzende des Schulausschusses im hannoverschen Rathaus, Petra de Buhr (SPD). Für sie stellt die Androhung eine „blanke Erpressung der Landesregierung auf dem Rücken der Kinder“ dar.

Anlass des Protests ist, dass die Landesregierung die Unterrichtszeit der Gymnasiallehrer um eine auf 24,5 Stunden anheben und Altersvergünstigungen streichen will. Die Personalräte der hannoverschen Gymnasien lassen daher an allen 16 Schulen abstimmen, ob es künftig noch Klassenfahrten geben soll. Mindestens zwei Schulen haben bereits dagegen entschieden.

Der Philologenverband, Berufsverband der Gymnasiallehrer, fordert eine unabhängige Studie, die die Belastung der Lehrer ermittelt. Schließlich habe die Arbeitszeit im öffentlichen Dienst vor 60 Jahren 54 Wochenstunden betragen, die Unterrichtsverpflichtung der Gymnasiallehrer 25 Stunden. Daraus werde jetzt ein Verhältnis von 40 zu 24,5 - obwohl Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts heute eine größere Belastung bedeuteten als früher, meint Niedersachsens Philologenchef Horst Audritz. Befragt zur Form des Protests sagt Audritz: „Aufgefordert dazu haben wir nicht - aber ich verstehe die Empörung der Lehrer.“

Verärgert ist dagegen ist der Vorsitzende des Landesschülerrats, Keven Knipping. „Klassenfahrten sind wichtig für das Schulleben, unter der populistischen Aktion der Lehrer leiden die Schüler als schwächstes Glied.“ Er habe den Lehrerorganisationen schon vor Wochen Gespräche angeboten, es sei aber keine Reaktion erfolgt. „Ich glaube, dass wir bei den Politikern nur gemeinsam im Dreiklang von Schülern, Lehrern und Eltern etwas erreichen“, sagt Knipping, der an der Berufsschule im Roderbruch lernt.

Im Landtag, wo die Haushaltsberatungen beginnen, können die Lehrer auf wenig Unterstützung hoffen. Rund 80 Millionen Euro wären nötig, um für die notwendigen Lehrerstunden Neueinstellungen vorzunehmen. Der hannoversche CDU-Abgeordnete Dirk Toepffer sagt zwar: „Ich habe Verständnis, dass jeder Arbeitnehmer, der länger arbeiten soll, das verhindern will.“

Die Drohung aber, Klassenfahrten zu streichen, treffe die Falschen und sei daher „wenig zielführend“. Michael Höntsch (SPD), bis vor wenigen Monaten selbst Gymnasiallehrer, ärgert sich: „Die Aktion verschlechtert das Image der Lehrer und bedient Vorurteile.“ Er begreife zwar den Ärger der Lehrer. „Insgesamt aber ist das Bildungspaket super für die Schulen - wer mehr fordert, muss sagen, wo das Geld herkommen soll.“

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