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Aus der Stadt Planung für neue MHH wirft Fragen auf
Hannover Aus der Stadt Planung für neue MHH wirft Fragen auf
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00:15 03.06.2017
Von Mathias Klein
Für die Neugestaltung der MHH wurden zwei Gutachten in Auftrag gegeben. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Bei der angedachten Neugestaltung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wirft die Planung erste Fragen auf. Grund sind zwei Gutachten zweier Beratungsgesellschaften, die Hochschule und Wissenschaftsministerium unabhängig voneinander in Auftrag gegeben haben - möglicherweise ohne Absprache.

Laut eines Protokolls der zuständigen Projektgruppe sollen die Ergebnisse des von der MHH beauftragten Gutachtens explizit nicht in die Ergebnisse des anderen einfließen. In der Projektgruppe sitzen sowohl Vertreter des Ministeriums, als auch solche der MHH.

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Das Wissenschaftsministerium hat die renommierte Schweizer Beratungsgesellschaft Munich Medical International (MMI) mit der Prüfung unterschiedlicher Varianten für die MHH beauftragt. Das Unternehmen soll Ende August der Landesregierung einen ersten Entwurf der Ideen vorlegen. Das Auftragsvolumen beträgt rund 364 000 Euro.

Gleichzeitig untersucht die Boston Consulting Group GmbH (BCG) unter anderem die Wettbewerbssituation auf dem hannoverschen Krankenhausmarkt und fertigt eine Kapazitätsplanung an. Die Kosten dafür liegen bei rund 170 000 Euro, bezahlt von der MHH. Unklar ist, warum der Auftrag an BCG nicht direkt über die MHH, sondern über die ebenfalls an der MHH tätige Beratungsgesellschaft Partnerschaften Deutschland erteilt wurde.

Offiziell teilt das Ministerium mit, man wolle „im Zuge der Erneuerung der MHH voneinander unabhängige Gutachten mit jeweils eigenständiger Herangehensweise erhalten“. Beide Gutachten würden im weiteren Planungsprozess berücksichtigt, sagt Ministeriumssprecher Jan Haude. MMI liefere eine medizinische Perspektivplanung, BCG eine Kapazitätsplanung.

Aus anderer Quelle heißt es, im Wissenschaftsministerium herrsche erhebliche Verwunderung darüber, dass auch aus der MHH ein Auftrag für eine Beratungsgesellschaft kam. Die beiden Planungen seien nicht derart strikt voneinander zu trennen.

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