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Aus der Stadt Haltestelle soll ein Loch im Dach bekommen
Hannover Aus der Stadt Haltestelle soll ein Loch im Dach bekommen
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00:15 07.02.2015
Von Andreas Schinkel
Der geplante Hochbahnsteig am Steintor: Deutlich ist die Aussparung im Dach über der Rampe zu sehen. Quelle: infra
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Hannover

Eigentlich sollte der erste Ausbauabschnitt für die Stadtbahnen 10 und 17 längst beschlossen sein, doch die D-Linie hat am Mittwoch im Bauausschuss einmal mehr für hitzige Diskussionen gesorgt. Die Grünen wunderten sich, warum der geplante Hochbahnsteig am Steintor nur zu einem Drittel überdacht sein wird.

„Das ist doch ein Scherz“, erregte sich Grünen-Baupolitiker Michael Dette. Ausgerechnet über der Rampe zum Bahnsteig klafft aus ästhetischen Gründen ein Loch in der Überdachung. Der Winterdienst der Üstra werde die Rampe reinigen, hieß es vonseiten der Infra, die für den Bau der Bahnsteige zuständig ist. „Sollen die Menschen so lange warten, bis der Winterdienst anrückt?“, fragte Dette. Auch die SPD wunderte sich, dass ein neuer Hochbahnsteig an zentraler Stelle ein Dach bekommt, das den Bahnsteig nur zu einem Drittel schützt. Am Ende vertagte die SPD die Entscheidung.

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Arbeiten sollen im Sommer beginnen

Über den Ausbau der Strecke für die Linien 10 und 17 wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Inzwischen hat das Land Niedersachsen signalisiert, dass es das Projekt für förderungswürdig hält und 20 Millionen Euro für die ersten Bauabschnitte reserviert. Bereits im Sommer sollen die Arbeiten in Hannovers Innenstadt beginnen. Im Bauausschuss stand gestern die Strecke vom Steintor bis zur Glocksee zur Entscheidung. Auf der Strecke werden nicht nur die Haltestellen verändert, auch die Straßen bekommen ein neues Gesicht.

So werden die Stadtbahnhaltestellen Steintor und Clevertor zu einer Station zusammengezogen. Sie wird an der Münzstraße gegenüber vom Steintorplatz gebaut - barrierefrei, versteht sich. Der 82 Zentimeter hohe Bahnsteig wird in der Mitte der Straße errichtet, über Treppen und einen Fahrstuhl gelangen die Fahrgäste zur U-Bahn-Station unterhalb der Straße. „Zum Umsteigen müssen sie nicht einmal eine Straße queren“, sagt die Infra.

Auf der Goethestraße wird die Strecke mit einem sogenannten Rasengleis ausgestattet. Dadurch vermindert sich der Schienenlärm. Zwischen Brühlstraße und Goethekreisel verändert die Goethestraße ihr Gesicht. Eine Baumallee flankiert künftig die viel befahrene Straße, und ein zwei Meter breiter Radfahrstreifen soll Radlern Sicherheit geben.

Diskussionen um Zebrastreifen

Der nächste Hochbahnsteig folgt dann kurz vor dem Goethekreisel. Er misst 55 Meter in der Länge und ist dafür ausgelegt, vielen Pendlern, etwa Schülern, Platz zu bieten. Statt der Zebrastreifen wird eine Ampel es Fußgängern ermöglichen, an den Endpunkten des Bahnsteigs über die Straße zu gelangen.

Brisant wird dann der Knotenpunkt Braunstraße/Goethekreisel. „Ich halte es für schwierig, dort den Zebrastreifen beizubehalten“, sagt Grünen-Bauexperte Dette. Bisher verläuft der Überweg über die gesamte Fahrbahnbreite, also auch über die Gleise. Sollte sich der Takt der Stadtbahnen erhöhen, könnte es insbesondere für Schüler gefährlich werden. „Der Zebrastreifen genießt Bestandsschutz“, sagt die Infra.

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